Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Sozialökonomie – „Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung“

25. Juni 2019 FB SozÖk

Sozialökonomie ist mit ihrer interdisziplinären Herangehensweise dafür prädestiniert, sich auch komplexen Fragestellungen zu widmen. Sie kann fundiertes Wissen liefern – Wissen, das für viele gesellschaftliche Bereiche relevant ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unseres Fachbereichs sind in vielfacher Weise für einen solchen Transfer von Wissen aktiv. Sie „übersetzen“ sozialökonomisches Wissen für die Bereiche, in denen es handlungsrelevant ist.

Beispielsweise kann sozialökonomische Forschung wichtige Grundlagen für politische Entscheidungen liefern. Zudem können Sozialökonominnen und Sozialökonomen begleitend erforschen, ob z.B. sozialpolitische Maßnahmen und Programme tatsächlich die gewünschte Wirkung entfalten.

Drei konkrete Beispiele: Miriam Beblo (Professorin für VWL) ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie gehört auch zur Sachverständigenkommission für den 9. Familienbericht sowie zur Sachverständigenkommission für den 3. Gleichstellungsbereicht der Bundesregierung. Alexander Bassen (Professor für BWL) ist Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Und Herr Knops (Professor für Zivil- und Wirtschaftsrecht) wurde 2019 erneut in den Beirat „Marktwächter Finanzen“ berufen, der eine Art Frühwarnsystem für die Verbraucherzentralen darstellt und eine Institution des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz ist.

Sie alle – und viele weitere Mitglieder des Fachbereichs – tragen somit zu etwas bei, das die Universität für sich in ihrem Leitbild fixiert hat: Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung.

In diesem Kontext kann auch gesehen werden, dass viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachbereichs Patenschaften der Universität für die 17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der vereinten Nationen (UN) übernommen haben. Unter dem Leitbild „Innovating und Cooperating for a Sustainable Future“ wurden von der UN 17 SDGs benannt, um systematisch auf die Erreichung des Ziels hinarbeiten zu können. Die Universität folgt diesem Leitbild und hat Ende letzten Jahres erstmals Patenschaften an Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer vergeben, die bereits einschlägig für die Themen ausgewiesen sind. Zwölf der Patenschaften wurden in der Sozialökonomie übernommen. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leisten damit einen wichtigen Beitrag, um an einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken. Die konkreten Themen der SDGs reichen von „Keine Armut“ über „Gesundheit und Wohlergehen“ bis hin zu „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ und „Bezahlbare und saubere Energie“. Zudem wurde eine Patenschaft an das Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität vergeben, dessen leitender Direktor, Alexander Bassen, ebenfalls aus der Sozialökonomie kommt.

Auch die Studierenden des Fachbereichs drängen immer wieder darauf, gesellschaftlich relevante und kritische Themen aufzugreifen. Beispielsweise fand im Wintersemester 2018/2019 auf Anregung von Studierenden am Fachbereich ein „Themensemester“ statt. Unter dem Titel „Gesundheit, Pflege, Care-Arbeit – Sozialökonomische Perspektiven“ wurde eine Reihe von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen organisiert, die für Interessierte geöffnet waren. Das Themensemester hat viel Zuspruch erhalten und aktuell plant der Fachbereich ein weiteres Themensemester.

Viele weitere Beispiele und Arten für Wissenstransfer und „Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung“ ließen sich anführen: Die Beteiligung an weiterbildenden Studiengängen, zahlreiche Forschungsprojekte und -kooperationen, die Beteiligung an #uhhhilft… Aber dieses „Schlaglicht“ ist bereits jetzt eines der längsten von „100 Schlaglichtern Sozialökonomie“. Das zeigt vermutlich, dass am Fachbereich Sozialökonomie – neben der ebenfalls bedeutsamen wissenschaftlichen Weiterentwicklung von Theorien und Methoden im Sinne einer Grundlagenforschung – der Erzeugung und dem Transfer von gesellschaftlich relevantem Wissen eine hohe Bedeutung beigemessen wird. Und es zeigt, dass die Sozialökonomie in dieser Hinsicht viel zu bieten hat!

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Gesundheitsökonomische Forschung im Dialog

02. Mai 2019 FB SozÖk

Von Prof. Dr. Mathias Kifmann

Der Fachbereich Sozialökonomie ist am Hamburg Center for Health Economics (HCHE) beteiligt, einem der größten und führenden gesundheitsökonomischen Zentren Europas. Am HCHE wird großer Wert darauf gelegt, dass die Forschungsergebnisse diskutiert und ihren Weg in die Versorgungspraxis finden. Hierzu tragen Präsenta­tionen auf wissenschaftlichen Foren bei, die zudem einen Austausch zwischen Forschern, Politikern, Ärzten und Interessenverbänden fördern. 

Das HCHE Research Seminarist ein Forum für HCHE-Mitglieder und Gäste, bei dem eingeladene Redner ihre aktuellen gesundheitsökonomischen Forschungsarbeiten vorstellen, um mit anderen Forschern in einen konstruktiven Dialog zu treten. Es findet in der Vorlesungszeit im zweiwöchigen Turnus statt. Bisher haben schon über 100 nationale und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschung am HCHE präsentiert.

Mit Fokus auf Praktiker lädt das HCHE ein bis zweimal im Jahr zu HCHE Research Results livenach Hamburg ein. Jede Veranstaltung steht unter einem aktuellen Thema, zu dem neue Forschungs­ergebnisse vorgestellt werden. Im Anschluss werden diese mit Experten aus der Gesundheitswirtschaft und/oder Politik dis­kutiert. Auch die hochkarätigen Gäste – mehr als Hundert pro Veranstaltung – haben die Möglichkeit mitzudiskutieren und das Thema beim anschließenden Get-together zu vertiefen. 

Weitere Informationen über das HCHE erhalten Sie unter https://www.hche.de

Mathias Kifmann ist Professor für VWL, insb. Ökonomik der Gesundheit und der Sozialen Sicherung und Kernmitglied im Hamburg Center for Health Economics.

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