Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Seminarreihe zum Thema Existenzgründungen

26. Juni 2019 FB SozÖk

Von Sven Niederhöfer, Dr. Stefanie Pakura und Karsten Wenzlaff

Existenzgründungen bilden einen wesentlichen Treiber des gesellschaftlichen und technischen Fortschrittes. Ferner können die Herausforderungen, die mit der zunehmenden Digitalisierung, Globalisierung sowie der wachsenden Bevölkerung einhergehen, von etablierten Unternehmen mit ihren oftmals rigiden Strukturen nicht alleine bewältigt werden.

Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, bedarf es qualifizierter, engagierter und motivierter Personen, die innovative Lösungen entwickeln und vorantreiben. Querdenker*innen, die etablierte Pfade und Strukturen verlassen. Einen besonders guten Nährboden für solche Ideen und Querdenker*innen bildet der Fachbereich Sozialökonomie, der durch die interdisziplinäre Ausbildung wirtschaftswissenschaftliche und rechtliche Kenntnisse mit gesellschaftlichen Fragestellungen verknüpft und dadurch eine Basis nicht nur für eine facettenreiche Ausbildung legt, sondern Raum für interdisziplinäre und neue Lösungsansätze schaffen kann. 

Entsprechend ist es uns an der Professur von Prof. Späth für BWL mit Schwerpunkt digitale Märkte ein besonderes Anliegen, Lehrveranstaltungen anzubieten, in welchen die Studierenden aus der Sozialökonomie die Gelegenheit bekommen ihre Kreativität zu entfalten und innovative Ideen gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen zu bearbeiten. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei einen alternativen Karrierepfad der Existenzgründung mit den Studierenden gemeinsam zu eröffnen. Die von unserem Team angebotenen drei Seminare „Gamification“, „Building a Start-Up“ und „Alternative Finance Ecosystems“ behandeln dabei unterschiedliche Schwerpunkte, die sich gegenseitig sinnvoll ergänzen. 

So erlernen im Seminar „Gamification“ die Studierenden die Grundbegriffe und Anwendungsfelder (z.B. Business, Education, Social) von Gamification kennen und kritisch zu reflektieren. Ziel ist, dass die Studierenden eine eigene und kreative (Gründungs-)Idee in Form eines „Gamified Systems“ entwickeln und sich der Herausforderung stellen eine innovative Lösung für ein Problem zu finden.

Das Seminar „Building a Start-Up“ soll die grundlegenden Aspekte der Entwicklung einer innovativen Geschäftsidee theoretisch und praktisch einführen. Dabei wird der Prozess von der Ideenfindung über die Geschäftsmodellentwicklung bis hin zur Präsentation vor potenziellen Investoren behandelt. Im Fokus steht die Ausarbeitung eines „Businessplans“.

Im Seminar „Alternative Finance Ecosystems“ werden die verschiedenen Crowdfunding-Mechanismen untersucht, die gesetzlichen Rahmenbedingungen analysiert sowie die Funktionsweise von Cryptowährungen besprochen.

Dabei hat jedes Seminar einen eigenen Schwerpunkt, alle nacheinander, parallel oder auch nur einzeln besucht, stellen eine Bereicherung für das Studium dar, um selbständiges und kreatives, lösungsorientiertes Denken und Handeln zu erlernen und eine Vorstellung von der eigenen Gründung zu entwickeln.S

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Studentische Gründungsprojekte – Start-up Faces am Lehrstuhl Digitale Märkte

19. Juni 2019 FB SozÖk

Von Dr. Stefanie Pakura und Sven Niederhöfer

Dieses Schlaglicht ist dem studentischen Engagement gewidmet, welches der Fachbereich Sozialökonomie durch seine interdisziplinäre Ausrichtung motiviert und begleitet. Hier entstehen studentische Projekte im Bereich ‚sustainable and social entrepreneurship, die darauf abzielen ein sozialeres und nachhaltigeres Leben zu fördern. Wir wollen stellvertretend für die vielen anderen studentischen Projekte und Initiativen am Fachbereich zwei an der Professur BWL im Team von Professor Sebastian Späth, entstandenen Gründungsprojekte kurz in ihren eigenen Worten vorstellen: Das soziale Start-up „Cheers & art“ und das Projekt zum Thema „Zero-Waste“.

Kirstin Blümke: „Meine Hauptmotivation für die Gründung eines sozialen Start-ups entstand dadurch, dass ich mich während meines Studiums immer wieder diesen Fragen gestellt habe: In was für einer Gesellschaft möchte ich leben? Was hinterlassen wir der Nachwelt? Und wie kann ich diese gestalten? Das Seminar „Gamification“ hat letztlich den Anstoß und die Motivation gegeben, eine eigene Idee für ein soziales Projekt zu finden, zu entwickeln und zu erproben und vor allem auch, sich mit der Umsetzung als Gründung als Möglichkeit kritisch auseinanderzusetzen. 2018 habe ich mein eigenes sozialen Start-up ‚Cheers & art‘ geründet, das Dekorationsartikel aus recycelten Materialien von Künstler*innen aus den Townships Südafrikas in Deutschland anbietet. Mit den Kunstwerken möchte ich vor allem die Bewohner*innen der Townships in Südafrika nachhaltig unterstützen und engagiere mich außerdem dafür, dass die Künstler*innen fair bezahlt werden, die Produkte aus mindestens 90 % recycelten oder upgecycelten Materialen bestehen und die Verpackung nachhaltig gestaltet ist. Ein Euro pro verkauftem Produkt geht als Spende an die ‚Kinderhilfe-Südafrika‘.“

Von einer ähnlichen Motivation berichten auch Jovanka Backhus und Randi Kittlitz: „Wir haben unsere Hauptmotivation ein eigenes Unternehmen zu gründen darin gefunden, einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Gesellschaft leisten zu wollen. Das Thema Nachhaltigkeit ist heute so relevant wie nie. Wir als Gesellschaft müssen unser Konsumverhalten zukunftsorientiert ändern, um die Erde langfristig als Lebensraum erhalten zu können. Die Bereitschaft für einen nachhaltigeren Konsum, ist beim Großteil der Verbraucher bereits da, allerdings bietet der Markt noch großen Raum für plastikeinsparende Produkte, die eine vollkommen transparente Lieferkette gewährleisten. Und genau da setzen wir mit unserem Zero-Waste Konzept im Hygienesektor an. Das Seminar „Building a Start-Up” und die damit einhergehende Ausarbeitung eines Businessplanes bildete für uns die Zusammenführung verschiedenster Kenntnisse, die wir bis dato im Studium erworben hatten, und somit den optimalen Ansporn und die Inspiration unser Bestreben in die Tat umzusetzen. Wir sind gerade dabei unsere Vertragspartner auszuwählen und unsere Marke aufzubauen, damit wir Anfang 2020 mit unserem Produkt auf den Markt gehen können!“

Stefanie Pakura und Sven Niederhöfer stellen auf der Homepage in der Kategorie „Start-Up Faces“ ehemalige Studierende aus Seminaren und der Universität Hamburg vor, die den Weg in die Selbständigkeit und die Gründung eines eigenen Start-Ups gewählt haben.

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