Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien

03. Juli 2019 FB SozÖk

Studiengangsvorstellung

Im Mittelpunkt des Masterstudiengangs „M.A. Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien“ steht die sozialökonomische Analyse des Strukturwandels von Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft sowie dessen Ursachen und Konsequenzen.

Hierbei besteht der Anspruch des Masterprogramms darin, eine Kompetenz auf dem interdisziplinären Forschungsgebiet der Sozialökonomie zu vermitteln. Das Programm vermittelt gleichberechtigt disziplinäres Fachwissen der Soziologie und Ökonomie zu breiten Themenschwerpunkten und stellt somit ein interdisziplinäres theorie-, methoden- und forschungsorientiertes Angebot zur Verfügung. Studierende des Masterprogramms sollen zum einen befähigt werden, das vorhandene Wissen sowohl zu verstehen als auch kritisch zu reflektieren. Zum anderen sollen sie befähigt werden, über die Anwendung von bereits bestehendem Wissen hinaus zur Produktion von neuem Wissen (Forschung) beizutragen.

Unser Studienprogramm wendet sich dabei nicht nur an Studierende der Sozialökonomie, sondern auch an jene, die auf mono- oder interdisziplinäre sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Bachelor-Studiengänge aufbauen und Fragen nach den Mechanismen und Bedingungen der Herstellung von sozialer Sicherheit, sozialer Integration und Wohlfahrt forschungsorientiert und empirisch fundiert beantworten wollen.

Der Masterstudiengangs „Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien“ lässt Studierende jedes Jahr zum Wintersemester zu. Die Regelstudienzeit umfasst vier Semester.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage. Schauen Sie sich auch gern eine Vorstellung des Studiengangs im Rahmen der Lecture-to-go an. Programmdirektorin des Studiengangs ist Prof. Dr. Petra Böhnke.

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Sozialökonomik der Ökonomik

01. Juli 2019 FB SozÖk

Von Prof. Dr. Arne Heise

Die Arbeiten zur Sozialökonomik der Ökonomik beschäftigen sich mit soziologischen und ökonomischen Erklärungsansätzen zur paradigmatischen Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften und deren von anderen Sozialwissenschaften unterschiedene Spezifik, einen in Forschung, Lehre und Politikberatung dominanten Mainstream auszubilden und andere paradigmatische Ansätze zu marginalisieren. Dadurch wird ein Pluralismus der Ontologien – nicht der Epistemologien – verhindert, der die anderen Sozialwissenschaften auszeichnet. Dieser Mangel an Pluralismus, der von einer zunehmenden Anzahl von Teilnehmern am Wissenschaftsmarkt als Einseitigkeit kritisiert wird, hat zu einem Reputationsverlust der Wirtschaftswissenschaften im Zuge der jüngsten Weltfinanzkrise und der scheinbaren Ratlosigkeit der Mainstream-Ökonomik hinsichtlich deren Erklärung und Remeduren geführt.

Es wird danach gefragt habe, ob die zunehmende Dominanz marktoptimistischer Ansätze – und spiegelbildlich die Zurückdrängung marktkritischer Denkstile – zufälliger oder systematischer Natur war (und ist)? Dabei wird eine interdisziplinäre Synthese aus ökonomisch-institutionalistischen und soziologischen Ansätzen verwendet, die mikroökonomische Anreizstrukturen im ‚Markt für ökonomische Ideen‘ in eine soziologisch fundierte Kapitalstruktur – bestehend aus ökonomischem, sozialem und kulturell-institutionellem Kapital – einbettet. Insbesondere die auf den französischen Soziologen Pierre Bourdieu zurückgehende ‚Kapital‘-Betrachtung ermöglichte es, eine – leider pessimistische – Prognose zur weiteren Entwicklung der Ökonomik zu begründen und offenbart das kritische Verhältnis von ‚Kapital‘ und ‚(Wirtschafts-)Wissenschaft‘.

Die Bedeutung der Arbeit kann darin gesehen werden, dass auf ‚Marktfehler‘ des (unregulierten) ‚Marktes für ökonomische Ideen‘ verweisen werden konnte, die wesentlich auf eine ungleiche Ausstattung verschiedener paradigmatischer Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Kapitaltypen zurückzuführen sind und im Kern die grundgesetzlich gesicherte Wissenschaftsfreiheit im Sinne einer Konstitutivnorm einschränkt, die allen Denkschulen uneingeschränkten Zugang zum Wissenschaftsmarkt gewährt.

Arne Heise ist Professor für VWL, insb. Finanzwissenschaft und Public Governance.

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