Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Lehre in der Statistik – Eine Liebeserklärung an den offenen Hochschulzugang

23. Juli 2019 FB SozÖk

Von Dr. Kristin Paetz

Statistische Grundlagen zu erlernen ist mühsam, aber wichtig, insbesondere in der Sozialökonomie. Die einzelnen Disziplinen VWL, BWL, Soziologie und Rechtswissenschaft zeichnen sich durch die Konkurrenz verschiedener Theorien aus, die weder eindeutig bewiesen noch falsifiziert werden können, wie es in den Naturwissenschaften die Regel ist. Eine Sozialwissenschaft ist stattdessen darauf angewiesen, dass sich im wissenschaftlichen Diskurs eine Mehrheitsmeinung bildet. Die Orientierung an empirischen Fakten und ihre praxisbezogene Analyse ist daher konstitutiv und ein Herzstück des Erkenntnisgewinns in der Sozialökonomie.

Ich freue mich sehr, in meinen Statistik-Vorlesungen die notwendigen Grundlagen hierfür vermitteln zu dürfen, insbesondere bei unserer besonderen Studierendenschaft. Bis zu 40% der Studienplätze sind für Studierende ohne Abitur vorgesehen. Diese Studierenden bringen stattdessen häufig eine Ausbildung und/oder Berufserfahrung mit. Aufgrund ihrer fundierten Praxis- und Lebenserfahrung haben sie ein großes inhaltliches Interesse. Die Zusammensetzung der gesamten Studierendenschaft ist äußerst heterogen; dies betrifft die mathematische Fähigkeiten, aber auch das Interesse und die Vorkenntnisse der vier genannten Disziplinen.

Studierende aber auch Lehrende profitieren enorm von dieser Heterogenität. Die Studierenden sind größtenteils politisch interessiert, intrinsisch motiviert und ausgesprochen kritisch. Genau diese Eigenschaften wünscht man sich als Lehrende. Statistische Kennzahlen und Forschungsergebnisse werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und mit unterschiedlicher Lebenserfahrung interpretiert. So kann auch ein vermeintlich trockenes Fach wie Statistik plötzlich praxisrelevant und spannend werden. Im Austausch unterstützen die Leistungsstärkeren die Leistungsschwächeren, wobei diese Rollen bei unterschiedlichen Fragestellungen häufig wechseln.

Die Lehre in der Sozialökonomie ist besonders herausfordernd, aber auch ungemein bereichernd. Die Studierenden geben nämlich kontinuierliches Feedback. Nach einer gelungenen Vorlesung wird einem nicht selten persönlich gedankt, eine Anerkennung, die in der Lehre sonst nur sehr selten zu finden ist. Aber ebenso wird nicht mit Kritik gespart, wenn diese angebracht ist, wodurch die Dozierenden sich und ihre Lehre hinterfragen und weiterentwickeln können. Von diesem Austausch profitieren beide Gruppen gleichermaßen, Studierende wie auch Lehrende.

Dr. Kristin Paetz am 20. Juni 2019 für ihr überzeugenden didaktischen Konzept der Veranstaltung „Statistik“ von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank mit dem Hamburger Lehrpreis ausgezeichnet worden. Sie ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Lehre in der VWL der Sozialökonomie.

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Sozialökonomie Studieren! Aktuelle Bewerbungsfristen

05. Juli 2019 FB SozÖk

Bereits 63 Schlaglichter haben jeweils an konkreten Beispielen gezeigt, womit Sozialökonomie sich befasst. Sozialökonomie ist vielfältig und spannend! Wenn Sie Interesse an einem Studium am Fachbereich Sozialökonomie haben, können Sie sich JETZT bewerben. Bis zum 15. Juli läuft die Bewerbungsfrist für einen Studienstart zum Wintersemester in folgenden unserer Studiengänge:

  • Sozialökonomie (Bachelor)
  • M.Sc. Interdisziplinäre Public und Nonprofit Studien (Masterstudiengang, M.Sc.)
  • Health Economics & Health Care Management (Masterstudiengang, M.Sc.)
  • Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien (Masterstudiengang, M.A.)

Für zwei weitere Masterstudiengänge gelten abweichende Fristen: International Business and Sustainability (M.A., Start jeweils zum Wintersemester, Bewerbungsfrist i.d.R. 15.02. bis 31.03.) und Human Resource Management/Personalpolitik (M.A., Start jeweils zum Sommersemester, 01.12.-15.01)

Die Programmdirektionen der Studiengänge und das Studienbüro halten zu jedem Studiengang umfassende Informationen bereit. Hier finden Sie auch alle benötigten Informationen über die einzureichenden Bewerbungsunterlagen und das Zulassungsverfahren.

Hier einige bisherige Schlaglichter, die sich explizit mit Studium und Lehre bei uns am Fachbereich beschäftigen oder die von Studierenden verfasst wurden:

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‚Flipped Gender‘: Forschendes Lernen in der Geschlechtersoziologie

15. April 2019 FB SozÖk

Von Prof. Dr. Almut Peukert

‚Männer‘ und ‚Frauen‘ sind uns allen als Alltagsphänomen bekannt und Geschlecht eine unhinterfragte Gewissheit und Selbstverständlichkeit. Gemeinsam mit den Studierenden gehe ich in der Veranstaltung ‚Einführung in die Genderforschung‘ im Bachelor Sozialökonomie auf Entdeckungsreise, wie Geschlecht theoretisch und empirisch mit welchen Ergebnissen erforscht wird. Vermeintliche Alltagsgewissheiten sollen wissenschaftlich hinterfragt werden. 

Das Projekt ‚Flipped Gender‘ verfolgt die Integration von digitaler Wissensvermittlung und forschendem Lernen in dieser Lehrveranstaltung. Studierende erarbeiten sich das Grundlagenwissen selbstständig mittels digitaler Lerneinheiten aus Texten und kontextualisierenden Lehrvideos. Entstehende Freiräume in der Präsenzphase werden zur Wissensvertiefungin einem flipped-classroom und zur Wissensanwendungdurch forschendes Lernen genutzt. Das heißt, in kleinen Projekten sollen die Studierenden problemorientiert Geschlechterungleichheiten im Bereich Arbeit, Organisation und Familie auf die Spur kommen und Erklärungsansätze verstehen, kritisch reflektieren und Gestaltungsmöglichkeiten diskutieren. Ziel ist die Entwicklung einer fundierten Theorie-Methoden-Kompetenz für das Feld der Geschlechterforschung, die Bezüge zu anderen Forschungsfeldern der Soziologie (soziale Ungleichheit, soziologische Theorie, Methoden) herstellt und interdisziplinäre Perspektiven integriert. Dazu werden soziale Phänomene und Probleme mit Blick auf Geschlechterdifferenzierungen und Geschlechterungleichheit anhand empirischer Untersuchungen u.a. in den Feldern Arbeit(-smarkt), Organisation, Globalisierung sowie Elternschaft und Familie thematisiert und diskutiert.

‚Flipped Gender‘ umfasst die inhaltliche Konzeption und Umsetzung der Produktion von ca. drei bis fünf Lehrvideos, die Erstellung digitaler Lerneinheiten mit Lehrvideos, Leitfragen und Fragepools (in ARSnova) sowie die Konzeption der Problemstellungen (Fragen und Material) für das forschende Lernen. Das Projekt wird von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gefördert (Laufzeit 04/2019 bis 07/2020).

Almut Peukert ist Juniorprofessorin für Soziologie, insb. Arbeit, Organisation, Gender. Mit dem von ihr geleitetem Projekt „Flipped Gender“ wird die Veranstaltung „Einführung in die Genderforschung“ des BA Sozialökonomie grundlegend neu gestaltet.

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