Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Bedingungen der Transformation pro-sozialer Motivation in pro-soziales Verhalten

29. November 2019 FB SozÖk

Von Silke Boenigk, Petra Böhnke, Dominik Vogel, Rick Vogel, Peter Schubert, Gabriele Oettingen, Jenny Wagner, Christian Ringle und Hannes Lampe

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Bedingungen der Transformation pro-sozialer Motivation in pro-soziales Verhalten“ beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedingungen oder Handlungen es Organisationen des Nonprofit und öffentlichen Sektors erlauben, vorhandene pro-soziale Motivation in tatsächliches pro-soziales Verhalten zu überführen. Ziel ist es, fundierte empirische Kenntnisse zu generieren, wie pro-soziales Verhalten in Deutschland gefördert werden kann – ein Anliegen von eindeutiger politischer Priorität, wie auch im Engagementbericht der Bundesregierung ausgewiesen. Der Fokus liegt hierbei auf pro-sozialem Verhalten in Form von Zeit-, Geld- und Blutspenden, bürgerschaftlicher Mitwirkung an der Bereitstellung öffentlicher Güter und Leistungen sowie des Engagements im Bereich des sozialen Unternehmertums.

Während sich bisherige Forschung überwiegend auf pro-soziale Motivation und Intention konzentrierte, richtet sich diese Untersuchung auf tatsächliche pro-soziale Tätigkeit. Hintergrund bildet die Erkenntnis, dass trotz der generellen Bereitschaft und konkreten Verhaltensabsicht einen sozialen Zweck zu verfolgen, die notwendige Handlung oftmals unterbleibt. Um diese sog. „Intention-Behaviour Gap“ zu schließen und so vorhandenes Motivationspotential besser auszuschöpfen, bedarf es folglich eines tiefergehenden Verständnisses der spezifischen „Transformationsmechanismen“; nur so können praxisrelevante Implikationen und Empfehlungen für die Gestaltung wirksamer Instrumente zur Engagementförderung abgeleitet werden.

Durch die auf 6 Modulen basierenden Untersuchungen tragen Forschende aus den Gebieten des Nonprofit und Public Management, der Psychologie, Soziologie und Personalwirtschaft durch eine Kombination von Panelauswertungen, Befragungen und experimentellen Designs zu diesem Verständnis bei:

  • Modul 1 beinhaltet neben der Durchführung einer für Deutschland repräsentative Studie zu Motiven und Intentionen, Untersuchungen zu den psychologischen Grundlagen und Prozessen, die zu einer erwünschten Verhaltensänderung führen.
  • Module 2 bis 5 widmen sich spezifischen Interventionen mit Betrachtung unterschiedlicher Akteure und Zielgruppen – Nonprofit-Organisationen und Spender, Schulen/Familien und Schüler, Verwaltungen/öffentliche Institutionen und Bürgern. Des Weiteren erstrecken sich die Untersuchungen auf das soziale Unternehmertum.
  • Modul 6 zielt auf eine umfassende Erhebung übergeordneter (z. Bsp. rechtlicher) Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher (z. Bsp. demografischer) Trends, die pro-soziales Verhalten potentiell fördern können, sowie eine entsprechende kritische Reflexion gegenwärtiger Entwicklungen.

Hohe Transferchancen und praktische Relevanz der empirischen Ergebnisse werden durch die Anwendung von Labor- und Feldexperimenten sowie durch die Unterstützung durch Praxispartner, dem Freiwilligennetzwerk Aktivoli und dem DRK-Blutspendedienst, sichergestellt.

An dem hochschulübergreifenden Projekt beteiligen sich sowohl Forschende der Universität Hamburg als auch der Technischen Universität Hamburg; für das Vorhaben wurde ein Förderantrag an die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung im Rahmen der Landesforschungsförderung Hamburg gestellt, der sich zu diesem Zeitpunkt noch unter Begutachtung befindet.

Die Autoren/innen arbeiten überwiegend am Fachbereich: Silke Boenigk ist BWL-Professorin für Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen , Petra Böhnke ist Professorin für Soziologie des sozialen Wandels, Dominik Vogel und Rick Vogel haben Professuren für Public Management. Peter Schubert ist Wiss. Mitarbeiter.

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