Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Vorstellung des Lehrstuhls für Deutsches und Internationales Arbeits- und Sozialrecht und Rechtsvergleichung

03. Mai 2019 FB SozÖk

Von Prof. Dr. Marita Körner, Fabia Brauckkoff und Anna Eisele

Sozialökonomie – ein Wissenschaftsbereich der sich nicht nur mit Ökonomie und Soziologie, sondern auch mit rechtswissenschaftlichen Themen befasst. Zu Letzteren zählt insbesondere das Arbeits- und Sozialrecht, welches an der Fakultät durch den Lehrstuhl für Deutsches und Internationales Arbeits- und Sozialrecht und Rechtsvergleichung vertreten wird. 

Die besondere Bedeutung dieses Forschungsbereichs liegt dabei in seiner hohen Aktualität und Lebensnähe. So sind derzeit in Deutschland ca. 41 Millionen Erwerbstätige abhängig beschäftigt. Für die meisten stellt ihre Arbeit ihre Lebensgrundlage dar. Arbeitsrechtliche Fragestellungen und damit einhergehende Rahmenbedingungen sind daher vielgestaltig. 

Der arbeitsrechtliche Lehrstuhl stellt sich diesen Fragestellungen. Von A wie Arbeitsvertrag bis Z wie Zeitarbeit begleitet und analysiert er politische Reformen sowie Entscheidungen der Rechtsprechung. 

Derzeit besonders aktuell ist das Thema der Digitalisierung, das gerade in aller Munde ist und von Tag zu Tag sicht- und spürbarer wird. Mit arbeitsrechtlichem Bezug ergeben sich hier spannende Fragestellungen etwa zum Arbeitnehmerdatenschutz: Welche Daten darf ein Arbeitgeber beispielsweise abfragen und darf er sich „Big Data“ zunutze machen?  Wofür darf er die Arbeitnehmerdaten zudem verwenden? Darf er sie, eventuell sogar mittels Algorithmen, analysieren um „Low-Performer“ ausfindig zu machen oder zu entscheiden, wen er einstellt oder als nächstes kündigt? Hier bedarf es nicht nur juristischen Sachverstandes, sondern auch eines guten Gespürs für technische Möglichkeiten und Neuerungen, sowie eines Quäntchens Kreativität um alle Interessen angemessen in Lösungsansätze einfließen zu lassen. 

Darüber hinaus kommen aber auch „klassische“ arbeitsrechtliche Themen nicht zu kurz. Mit „Arbeit 4.0“ ergeben sich neue Beschäftigungsformen und damit einhergehende Regelungserfordernisse. Neuerungen, insbesondere im Bereich der Vergütung von Überstunden und der betrieblichen Altersversorgung sind die Folge. Hinsichtlich der Überstunden etwa kann sich die Frage „Was ist eigentlich Arbeitszeit und soll Leistung zu verschiedenen Uhrzeiten verschieden bezahlt werden?“ besonders vor dem Hintergrund mobiler, digitaler Arbeit neu stellen. Im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge sind der demographische Wandel der letzten hundert Jahre und das Entstehen neuer Arbeitsformen ins Auge zu fassen und über mögliche Regelungen zum Ausgleich drohender Altersarmut nachzudenken. 

Insgesamt besticht der Rechtsbereich Arbeitsrecht somit mit seiner Vielgestaltigkeit und Praxisrelevanz und ist damit vor allem für ein umfassendes Verständnis sozial-ökonomischer Zusammenhänge essentiell.

Marita Körner ist Professorin für Deutsches und Internationales Arbeits- und Sozialrecht und Rechtsvergleichung. Fabia Brauckhoff und Anna Eisele sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in diesem Bereich.

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