Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Studentisches Projekt „Impulse aus dem Projektstudiums-Konzept an der HWP für die Zukunft“

17. Juli 2019 FB SozÖk Keine Kommentare

Vom Fachschaftsrat Sozialökonomie

Das studentische Projekt „Impulse aus dem Projektstudiums-Konzept an der HWP für die Zukunft“, welches im Rahmen der Projektförderung im Zuge des 100-jährigen Jubiläums der Universität Hamburg entstanden ist, wird von einer studentischen Arbeitsgruppe im Umfeld des Fachschaftsrats Sozialökonomie durchgeführt.  

Das Ziel des Projekts ist es, die Theorie und Praxis von Projektstudien an der Vorgängerinstitution des Fachbereichs Sozialökonomie, der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) aufzuarbeiten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen für die Gegenwart und die Zukunft, insbesondere für aktuelle Studienreformdiskussionen an der Universität Hamburg, fruchtbar gemacht werden.  

Das Projektstudium an der HWP wurde im Rahmen einer Studienreform 1984 als Herzstück des sozialökonomischen Studiengangs (Diplom II) eingeführt und war als ein dreisemestriges, interdisziplinäres Forschungsprojekt angelegt. Die Studierenden untersuchten in enger Zusammenarbeit mit außerwissenschaftlichen Akteur*innen, wie beispielsweise Gewerkschaften, „epochaltypische Schlüsselprobleme“. Mit einem sozialökonomischen Verständnis von Interdisziplinarität, Praxisrelevanz und Exemplarität, ging es beim Projektstudium darum, sich mit „zentralen Problemen der gemeinsamen Gegenwart und der voraussehbaren Zukunft [zu beschäftigen], Einsicht in die Mitverantwortlichkeit aller angesichts solcher Probleme [herzustellen] und [die] Bereitschaft, sich ihnen zu stellen und am Bemühen um ihre Bewältigung [teilzunehmen]“ (Klafki, „Konturen eines neuen Allgemeinbildungskonzepts“, 1985). 

Realisierte Projekte waren beispielsweise „Regionale Beschäftigungspolitik am Beispiel des Hamburger Hafens“, „Zusammenhänge zwischen Arbeits- und Wohnqualität am Beispiel Hamburg“ und „Friedensbedrohung und Konfliktpotential in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zwischen BRD und Dritter Welt“.   

Wie in den anderen Projekten, die im Rahmen des Unijubiläums gefördert werden, geht es darum, die Geschichte der Universität Hamburg aufzuarbeiten. In diesem Fall liegt der Fokus auf der HWP und der gesellschaftlichen Relevanz der Projektstudien und der damit verknüpften Relevanz des Studiengangs zu der Zeit. Insbesondere die wissenschaftliche Kooperation mit außerwissenschaftlichen Akteur*innen zur reflektierten gesellschaftspolitischen Gestaltung zeigt die gesellschaftliche Relevanz von Hochschulen zur Lösung gesellschaftlicher Schlüsselprobleme auf und bildet damit einen Impuls für die Verwissenschaftlichung von Politik und die Politisierung von Wissenschaft.  

Für die Aufarbeitung der Projektstudienzusammenhänge beschäftigt sich die studentische Arbeitsgruppe anhand von allgemeinen Dokumentationen, Forschungsberichten der einzelnen Projekte und durch Expert*innen-Interviews mit ehemaligen Lehrenden und Studierenden mit der Entstehung und Entwicklung des Projektstudiums. Neben einer chronologischen Darstellung werden so die Hintergründe, Ziele, inhaltlichen Schwerpunkte und Konflikte in der Umsetzung des Projektstudiums an der HWP herausgearbeitet. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden bei einer Fachtagung am 16. November 2019 und eventuell im Rahmen eines Dokumentationsbandes präsentiert. Dies soll jedoch nicht als Abschluss des Projekts gelten, sondern als Startmoment für weitergehende Überlegungen, wie die präsentierten Ergebnisse hinsichtlich praxisrelevantem, gesellschaftlich eingreifendem und forschendem Lehren und Lernen für aktuelle Studienreformen sinnvoll genutzt werden können.

Im Fachschaftsrat Sozialökonomie engagieren sich Studierende für die gemeinsame Gestaltung und Weiterentwicklung des Fachbereichs.

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