Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Institutionelle Hürden beim Hochschulzugang

11. Juni 2019 FB SozÖk Keine Kommentare

Von Dr. Florian Hertel

Das von der WiSo Fakultät geförderte Forschungsprojekt zielt auf die Erklärung der Rolle institutioneller Hürden für die Produktion sozialer Ungleichheit beim Zugang zum Hochschulstudium ab. Bis heute wissen wir wenig über den Einfluss von Zulassungsverfahren auf soziale Ungleichheit. Diese ist beim Hochschulzugang in Deutschland im internationalen Vergleich besonders stark ausgeprägt. Gleichzeitig sind mehr als 40% aller Studiengänge hierzulande zulassungs-beschränkt. Da ein Hochschulabschluss nach wie vor die vorteilhaftesten Lebenschancen bietet sind Zulassungswege, die systematisch Menschen niedriger sozialer Herkunft benachteiligen nicht nur unfair sondern auch nicht mit den Ansprüchen an soziale Nachhaltigkeit zu vereinbaren.

Das Projekt ergründet theoretisch, methodisch und empirisch aus einer interdisziplinären, dem Methodenpluralismus verpflichteten, innovativen Perspektive erstmals den Zusammenhang zwischen Zulassungsverfahren einerseits und Ungleichheit beim Zugang zum Studium sowie der Fächerwahl andererseits. Im Rahmen des Projekts sammeln und bereiten wir die Eckdaten universitärer Zulassungsverfahren aller grundständigen Studiengänge in Deutschland auf und analysieren die Wirkung von Zulassungsverfahren auf Ungleichheit im höheren Bildungswesen. Basierend auf der Variation von Zulassungskriterien und der Auswahlgrenzen wird die Rolle von Zulassungsverfahren für Ungleichheit im Hochschulzugang empirisch bestimmt. Hierfür werden die gesammelten Daten mit vorhandenen Individualdaten aus Studienberechtigtenpanels und Sozialerhebungen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW ehemals HIS) verbunden.

Vor dem Hintergrund einer geplanten Policyanalyse untersucht das Projekt die Gründe für die Ausgestaltung von Zugangsverfahren in Deutschland und entwirft ein formales, handlungs-theoretisches Erklärungsmodell, das Zulassungshürden als institutionelle Bedingungen familiärer Entscheidungen integriert. Dieses Modell wird anhand regionaler und zeitlicher Variation von Zulassungskriterien und Auswahlgrenzen getestet. Dies erlaubt erstmals die Rolle von Zulassungshürden für Ungleichheit bei der Studienentscheidung und der Studienfachwahl zu quantifizieren. Gerahmt werden sollen diese Analysen von einer qualitativen Studie individueller Handlungsentscheidungen im Kontext des Hochschulstudiums. Die Ergebnisse können anstehende Entscheidungen zur Reformulierung von Zulassungsverfahren über deren Folgen für soziale Ungleichheit informieren. Gleichzeitig soll das Projekt die Ungleichheitsforschung am Fachbereich weiter stärken. Weitere Infos:https://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereich-sozoek/professuren/lohmann/forschung/01-forschungsprojekte/huerden-beim-hochschulzugang.html

Vor dem Hintergrund einer geplanten Policyanalyse untersucht das Projekt die Gründe für die Ausgestaltung von Zugangsverfahren in Deutschland und entwirft ein formales, handlungs-theoretisches Erklärungsmodell, das Zulassungshürden als institutionelle Bedingungen familiärer Entscheidungen integriert. Dieses Modell wird anhand regionaler und zeitlicher Variation von Zulassungskriterien und Auswahlgrenzen getestet. Dies erlaubt erstmals die Rolle von Zulassungshürden für Ungleichheit bei der Studienentscheidung und der Studienfachwahl zu quantifizieren. Gerahmt werden sollen diese Analysen von einer qualitativen Studie individueller Handlungsentscheidungen im Kontext des Hochschulstudiums. Die Ergebnisse können anstehende Entscheidungen zur Reformulierung von Zulassungsverfahren über deren Folgen für soziale Ungleichheit informieren. Gleichzeitig soll das Projekt die Ungleichheitsforschung am Fachbereich weiter stärken. Weitere Infos:https://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereich-sozoek/professuren/lohmann/forschung/01-forschungsprojekte/huerden-beim-hochschulzugang.html

Florian Hertel ist Postdoc in der Soziologie der Sozialökonomie.

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