Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

custom header picture

Forschendes Lernen im Seminar Plurale Ökonomik

07. Mai 2019 FB SozÖk Keine Kommentare

Von Dr. Martin Sauber

Das Seminar Plurale Ökonomik ist ein gelungenes Beispiel von sozialökonomischer Lehre. Es hat zum fünften mal erfolgreich stattgefunden. Nach den Themen Paradigmenvielfalt der Volkswirtschaftslehre, Wirtschafts- und Finanzkrisen, Zum Verhältnis von Gesellschaft und Natur und Technischer Fortschritt hatten wir uns letztens mit dem Neoliberalismus beschäftigt.

Angeboten wird das Seminar im Master Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien. Dies ist ein interdisziplinärer Studiengang mit Schwerpunkt in Soziologie und Volkswirtschaftslehre. Die Studierenden untersuchen in interdisziplinären Teams die jeweiligen Themen. Dabei wenden sie die erarbeiteten theoretischen Grundalgen auf eine selbstgewählte konkrete und praxisrelevante Problemstellung an. 

Ziel der Lehrveranstaltungen ist es die Kenntnis des Bestehenden, dessen kritische Reflexion und die Entwicklung neuer Konzepte zu ermöglichen und zu fördern. Dabei ist ein Angebot an vielfältigen (mitunter konträren) Theorien und Modellen – eine wissenschaftliche Pluralität – von größter Wichtigkeit. Diese wissenschaftliche Diversität, welche „etablierte“ sowie „alternative“ Ansätze beinhaltet, ist für einen problemorientierten und ergebnisoffenen Diskurs unerlässlich. Die Auseinandersetzung mit dem wirtschafts- und erkenntnistheoretischen Hintergrund von Methodik und das Lehren von verschiedenen Methoden und Theorien verhindert die flächendeckende und einseitige Reproduktion von bestimmten dominanten Schulen bzw. ihrer Fehlern.

Die Volkswirtschaftslehre steht als Sozialwissenschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, als eine kritische Wissenschaft im obigen Sinne aufzutreten. Nur durch einen kontinuierlichen Prozess der kritischen Reflexion ihrer Strömungen und der Verknüpfung mit anderen Disziplinen, können aktuelle Entwicklungen angemessen analysiert und verantwortungsvoll fundierte gesellschaftspolitische Empfehlungen abgegeben werden. 

Dies ist in der Wissenschaft, und vor allem in der Lehre an Universitäten, leider nicht selbstverständlich. Der Arbeitskreis Plurale Ökonomik Hamburg http://www.plurale-oekonomik-hamburg.de/des Netzwerks Plurale Ökonomik e.V. https://www.plurale-oekonomik.de/netzwerk-plurale-oekonomik/setzt sich für eine größere Vielfalt an ökonomischen Theorien und Methoden an der Universitäten ein. Eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis bietet sich daher an. Indem die Kooperation nicht nur die Inhalte von Lehrveranstaltungen betrifft, sondern ganz essentiell das Wesen von Lehre, Lernen und Bildung umfasst, werden auch umfassende Maßstäbe und Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt. 

So ist das Seminar Plurale Ökonomik ein Schlaglicht auf sozialökonomischer Lehre, welches einen nachhaltigen Beitrag für mehr Vielfalt in der Volkswirtschaftslehre leistet und mitunter auch eine Strahlkraft für andere wissenschaftlichen Bereiche entwickeln kann.

Martin Sauber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Lehre unter der Professur von Ulrich Fritsche.

Tags