Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Dissertationsvorhaben zum Thema digitale Plattformökosysteme

12. Juni 2019 FB SozÖk Keine Kommentare

Von Sven Niederhöfer, M.Sc.

Im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung sehen sich Unternehmen einem zunehmenden Innovationsdruck sowie starken Dynamiken in ihrer Umwelt ausgesetzt. Dennoch eröffnen digitale Technologien auch neue Möglichkeiten, indem sie zur Steigerung der Effizienz von Abläufen und der Vernetzung von Menschen beitragen können. Eine besondere Rolle nehmen dabei digitale Plattformen ein, die in der Regel aus einem Softwarefundament bestehen, welches eine modulare Erweiterung durch komplementäre Produkte und Dienste ermöglicht. Sie können dabei in zahlreichen Kontexten implementiert werden, darunter Industrie 4.0, Connected Cars und Smart Devices, um einige zu nennen.

Digitale Plattformen erlauben es Unternehmen eine Vielzahl von Beiträgen wie Softwareanwendungen, Videos, Musik oder Texte als auch Bauteile und Produkte von Partnern außerhalb des Unternehmens zu nutzen, um den Endnutzern ein attraktives und umfangreiches Angebot zu machen. So können Kunden von Apple aus einem Angebot von mehr als 2 Millionen Anwendungen wählen und ihre Geräte so um Funktionen beliebig erweitern. Die hauseigenen Geräte wie Laptops, Smartphones, Tablets und Set-Top-Boxen können untereinander mittels Cloud verbunden werden und bilden somit ein geschlossenes System. Ähnlich ist Googles Android-Plattform ausgestaltet, die jedoch überwiegend in Verbindung mit Geräten von Partnern dem Kunden ein umfangreiches Angebot liefert. Diese lose verbundenen Netzwerke von unterschiedlichen Akteuren, die kooperieren, um ein gemeinsames Wertversprechen zu realisieren und gleichzeitig eigene Interessen verfolgen werden in der neueren Literatur aufgrund der Ähnlichkeiten zu biologischen Ökosystemen als „Business Ecosystems“ bezeichnet und erforscht.

Viele namhafte Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben diese Perspektive adoptiert, mit der Absicht einen ähnlichen Erfolg zu erzielen. Dennoch stellen sie Unternehmen vor Herausforderungen, da sie Kontrolle an ihre Ökosystem-Partner abgeben müssen und ihr Erfolg sowie der des gesamten Ökosystems von den Aktivitäten dieser Partner abhängt.

In meiner Dissertation befasse ich mich deshalb mit Dynamiken, die innerhalb solcher Netzwerke aufgrund der Interessenskonflikte entstehen und welche Mechanismen dazu beitragen können Konsens herzustellen, um eine positive Entwicklung des Systems als Ganzes zu ermöglichen.

Sven Niederhöfer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Management & Digital Markets der Universität Hamburg.

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