Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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„…jede*r nur ein Kreuz…“

10. Juli 2019 FB SozÖk

Von Stephanie Zuber

Zum letzten Mal in diesem Semester tagt heute der Fachbereichsrat Sozialökonomie. Der Fachbereichsrat hat in vielen lehrbezogenen Fragen ein Vorschlagsrecht gegenüber dem Fakultätsrat bzw. dem Dekanat und er ist somit das zentrale Gremium des Fachbereichs. Die Aufgaben des Fachbereichsrates sind in der Grundordnung der Universität Hamburg und in der Satzung der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften geregelt. Im Fachbereichsrat sind Vertreter*innen aller „Statusgruppen“ (Hochschullehrer*innen, Studierende, Wiss. Mitarbeiter*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen) präsent. Die Wahl erfolgt durch alle Mitglieder des Fachbereichs gemäß der Wahlordnung der Universität. Was mit dem Verweis auf Satzungen, Ordnungen und Gesetzte zunächst etwas „sperrig“ anmutet, ist in der Praxis häufig mit interessanten Diskussionen und wichtigen Fragen für den Fachbereich verbunden. In der letzten Sitzung hat der Fachbereichsrat sich beispielsweise mit Details der großen Lehramtsreform, die derzeit in Hamburg stattfindet, beschäftigt, da die Sozialökonomie an verschiedenen Lehramtsstudiengängen beteiligt ist. Zudem wurde in der letzten Sitzung der inhaltliche Schwerpunkt für das nächste Themensemester festgelegt: „Sozialökonomische Perspektiven in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung“ lautet das Motto, unter dem ab dem Wintersemester 19/20 Veranstaltungen innerhalb der Lehre, aber auch für eine breitere Öffentlichkeit stattfinden werden. Zudem war der besondere Hochschulzugang der Sozialökonomie „Studieren ohne Abitur“ Thema. Für die heutige Sitzung des Fachbereichsrates steht u.a. auf der Tagesordnung:

  • Begrüßung neuberufener Juniorprofessorinnen
  • Vorstellung der Lehrplanung des nächsten Wintersemesters
  • Veränderungen bei der zentralen Hörsaalvergabe

Außerdem sollen Vertreter*innen für verschiedene Ausschüsse und Positionen benannt werden. Denn neben dem Fachbereichsrat gibt es noch: Programmdirektionen, Prüfungsausschüsse und Qualitätszirkel für jeden Studiengang, Widerspruchsausschüsse, einen Aufnahmeprüfungsausschuss, einen Promotionsunterausschuss, Berufungskommissionen, (stellvertretende) Gleichstellungsbeauftragte, Mitglieder der Sozialökonomie im Fakultätsrat, einen Ausschuss für Lehre und Studium, Ombudspersonen, und, und, und… Außenstehenden ist die Fülle an Gremien, Ausschüssen und Ämtern oft nur schwer verständlich zu machen. Auch intern sind die (vielen) Sitzungstermine nicht immer beliebt, weil sie in zeitlicher Konkurrenz zu den „direkteren“ Aufgaben in Forschung und Lehre stehen. Aber alle wissen, dass „Fakultätsrat, Fachbereichsräte & Co“ notwendig sind, um durch die akademische Selbstverwaltung eine Struktur zu schaffen, in der Wissenschaft überhaupt erst gelingen kann. Und so hoffe ich, dass sich auch bei zukünftigen Anfragen nach Besetzungsvorschlägen für Kommissionen und Ämter, mit denen ich als Referentin im Auftrag des Fachbereichsrates häufig an Personen(gruppen) herantrete, immer Freiwillige finden lassen. Schließlich geht es auch darum, Gestaltungsspielräume der akademischen Selbstverwaltung für eine gute Wissenschaft zu nutzen.

Stephanie Zuber ist Referentin des Fachbereichs Sozialökonomie und als solche u.a. zuständig für den Fachbereichsrat Sozialökonomie. Der Fachbereichsrat tagt hochschulöffentlich. 

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„Arbeit und sozialer Wandel“ – ein neue „Profilinitiative“ startet

09. Juli 2019 FB SozÖk

Von Prof. Dr. Wolfgang Menz

Der Wandel von Arbeit ist unübersehbar und für viele Menschen unmittelbar im eigenen Arbeits- und Privatleben spürbar. Digitale Kommunikationstechnologien ermöglichen eine zunehmende „Ortlosigkeit“ von Arbeit: Gearbeitet werden kann nicht nur in den Gebäuden des Unternehmens, sondern auch unterwegs oder im home office. Transnationale Kooperationsbeziehungen werden für viele Beschäftigte alltäglich. Neue Formen von Dienstleistungsarbeit entstehen, die unsere Konsumformen verändern – wir beziehen Handwerkerleistungen über Crowdsourcingplattformen, betreiben home banking oder lassen uns unser Abendessen plattformgesteuert von selbständigen Fahrradkurieren liefern. „Arbeit“ ist aber nicht nur sichtbare Erwerbsarbeit in Büros, in Fabriken oder an der Kundenschnittstelle, sondern auch Sorgearbeit im privaten Raum, etwa Kindererziehung, die Pflege von Angehörigen, bisweilen unterstützt von informell Beschäftigten. Über den gesamten Lebenslauf betrachtet sind solche Formen unbezahlter, informeller und häufig gleichsam „gesellschaftlich unsichtbarer“ Arbeit im Umfang ebenso bedeutsam wie klassische abhängige Erwerbsarbeit.

Welche Phänomene die aktuelle Arbeitswelt prägen, was als die zentralen Ursachen und die relevanten Wendepunkte betrachtet werden kann und welche Herausforderungen– etwa für die sozialen Sicherungssysteme – dies impliziert, ist Gegenstand der universitären Profilinitiative „Arbeit und sozialer Wandel“. Ein umfassendes Bild arbeitsgesellschaftlicher Umbruchprozesse zu zeichnen, kann keiner wissenschaftlichen Disziplin alleine gelingen. Zehn Professuren des Fachbereichs Sozialökonomie aus den Fachgebieten VWL, BWL und Soziologie sind daran beteiligt, im Kontext der interfakultären Profilinitiative neue Forschungsperspektiven und Projektvorhaben zu erarbeiten. Dazu zählen die Antragstellung zu zwei Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie verschiedene bereits laufende Kooperationsprojekte:

Grenzen der Verteilung? Sozioökonomische Analysen zur Wahrnehmung von (Um-) Verteilungen in Europa“, Prof. Miriam Beblo, Dr. Elisabet Bublitz (beide VWL) und Prof. Henning Lohmann (Soziologie)

Teilhabe durch Crowdworking: Eine Analyse der Gelingensbedingungen einer Innovation für Personengruppen mit erschwerter Teilhabe am Erwerbsleben“, Prof. Daniela Rastetter und Prof. Florian Schramm (beide BWL) sowie Prof. Wolfgang Menz (Soziologie)

Forschungsverbund „Standards guter Arbeit“: An dem interdisziplinären Forschungsverbund aus BWL, Soziologie, Arbeitspsychologie, Theologie und Rechtswissenschaft, an dem über die UHH hinaus auch die Helmut –Schmidt-Universität mitarbeitet, sind aus dem Fachbereich Sozialökonomie Prof. Daniela Rastetter und Prof. Florian Schramm (beide BWL) beteiligt.

Forschungsprojekt Management ständiger Erreichbarkeit, Prof. Wolfgang Menz (Soziologie) in Kooperation mit der Universität Freiburg, Arbeits- und Organisationspsychologie

Ansprechpartner der Fakultät für den Bereich „Arbeit und Sozialer Wandel“ ist Prof. Dr. Wolfang Menz. Tipp: Weitere Kurzbeiträge rund um das Thema Arbeit finden Sie, indem Sie in der Schlagwortliste (rechten Spalte auf der Homepage) das Schlagwort „Arbeit und Sozialer Wandel“ auswählen.

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Bachelorarbeit zum Thema Unternehmentsethik

08. Juli 2019 FB SozÖk

Von Anuschka Reekers

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit an der Professur für Unternehmensethik am Fachbereich Sozialökonomie habe ich mich mit der Fragestellung befasst, ob und inwiefern Unternehmen eine Verantwortung bezüglich der wachsenden Vermögens- und Einkommensungleichheiten in Deutschland haben. Für mich ist das Zusammenspiel von Gesellschaft und Wirtschaft und die moralische und ethische Ausgestaltung der Wirtschaft ein wichtiges und vor allem sehr interessantes Wissenschaftsfeld. Deshalb war schnell klar, dass ich, wenn möglich, meine Abschlussarbeit in diesem Bereich schreiben möchte. Die wachsende realpolitische Macht von großen Unternehmen und die Globalisierung führen meiner Meinung nach auch zu einem erweiterten Verantwortungsbereich. Daher istfür mich die Frage nach einer Verantwortung bzgl. der Vermögens- und Einkommensungleichheit eine sehr interessante, vor allem auch deshalb, da sie trotz der hohen gesellschaftlichen Relevanz bisher wenig untersucht wurde.

Im Laufe meiner Arbeit hat sich gezeigt, dass Unternehmen in jedem Fall Mitverursacher der wachsenden Einkommens- und Vermögensungleichheiten in Deutschland sind. Mithilfe von wirtschaftsethischen Theorien sowie einer philosophischen Gerechtigkeitstheorie nach John Rawls habe ich außerdem untersucht, inwiefern diese Rolle des Mitverursachers auch eine Verantwortung begründen kann bzw. sollte. Aus integrativer Perspektive haben Unternehmen die Verantwortung, den Geschäfts- und Ordnungsrahmen ethisch legitim zu gestalten. Die Umsetzung dieser Verantwortung beginnt in der Praxis mit einem rationalen Diskurs mit allen Stakeholdern. Wendet man, wie in der Arbeit geschehen, das Differenzprinzip nach John Rawls innerhalb dieser rationalen Diskurse an, lassen sich die Gerechtigkeitsvorstellungen aller Stakeholder sowie der Geschäftsführung operationalisieren: Gerecht ist demnach kurzgefasst jede soziale oder wirtschaftliche Ungleichheit, die den am wenigsten Begünstigten den größtmöglichen Vorteil verschafft. 

Für die Praxis finde ich es wichtig, sich weiter mit diesem Themenkomplex und dieser Fragestellung zu beschäftigen. Ich denke, dass bereits eine Steigerung des Bewusstseins dazu führen kann, dass Änderungen angestoßen werden. Viele Unternehmen zeigen bereits praktische Umsetzungen ihrer Verantwortung: Sie achten auf eine engere Kommunikation mit den Stakeholdern und beziehen diese in wichtige Entscheidungen ein, sie setzen sich Ziele bezüglich der Diversität im Management und einige achten bereits auf die Auszahlung eines tatsächlich existenzsichernden Lohnes für die unteren Jobpositionen. Diese Ansätze müssen noch viel weiter ausgebaut und flächendeckend von Unternehmen umgesetzt werden. Erhöhter Handlungsbedarf besteht beispielsweise noch bezüglich der Beschränkung von oberen Löhnen, vor allem von Managementgehältern. Hier lassen sich in der Praxis bisher äußerst wenige Umsetzungen finden.

Anuschka Reekers ist Absolventin des Bachelor Sozialökonomie aus dem Jahr 2019.

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Sozialökonomie Studieren! Aktuelle Bewerbungsfristen

05. Juli 2019 FB SozÖk

Bereits 63 Schlaglichter haben jeweils an konkreten Beispielen gezeigt, womit Sozialökonomie sich befasst. Sozialökonomie ist vielfältig und spannend! Wenn Sie Interesse an einem Studium am Fachbereich Sozialökonomie haben, können Sie sich JETZT bewerben. Bis zum 15. Juli läuft die Bewerbungsfrist für einen Studienstart zum Wintersemester in folgenden unserer Studiengänge:

  • Sozialökonomie (Bachelor)
  • M.Sc. Interdisziplinäre Public und Nonprofit Studien (Masterstudiengang, M.Sc.)
  • Health Economics & Health Care Management (Masterstudiengang, M.Sc.)
  • Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien (Masterstudiengang, M.A.)

Für zwei weitere Masterstudiengänge gelten abweichende Fristen: International Business and Sustainability (M.A., Start jeweils zum Wintersemester, Bewerbungsfrist i.d.R. 15.02. bis 31.03.) und Human Resource Management/Personalpolitik (M.A., Start jeweils zum Sommersemester, 01.12.-15.01)

Die Programmdirektionen der Studiengänge und das Studienbüro halten zu jedem Studiengang umfassende Informationen bereit. Hier finden Sie auch alle benötigten Informationen über die einzureichenden Bewerbungsunterlagen und das Zulassungsverfahren.

Hier einige bisherige Schlaglichter, die sich explizit mit Studium und Lehre bei uns am Fachbereich beschäftigen oder die von Studierenden verfasst wurden:

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Warum und wie ist Sozialkapital aufzubauen?

04. Juli 2019 FB SozÖk

Von Prof. Dr. Dominik Vogel, Prof. Dr. Leisha DeHart (University of North Carolina) und Prof. Dr. Alexander Kroll (Florida International University)

Warum und wie sollten Verwaltungen Sozialkapital aufbauen?

Dieser Frage widmen wir uns in der im American Review of Public Administration veröffentlichten Studie „Mechanisms of Social Capital in Organizations: How Team Cognition Influences Employee Commitment and Engagement“.

Viele sind mit dem betriebswirtschaftlichen Begriff Kapital vertraut: ein Vermögenswert, der an Wert gewinnen oder verlieren kann, wie etwa schwere Ausrüstung, Gebäude und IT-Systeme. Es gibt aber auch ein anderes Kapital, das den gleichen, wenn nicht sogar einen höheren Wert besitzt: das Sozialkapital, das Beschäftigte in Organisationen aufbauen. Es handelt sich dabei um eine Ressource, die es Mitarbeitenden ermöglicht, erfolgreich zusammenzuarbeiten, über sich selbst hinaus zu wachsen und effektiv für die Organisation zu handeln, auch wenn Zeit und Geld knapp sind.

Die bisherige Forschung hat gezeigt, dass die Performance von Organisationen gesteigert wird, wenn sie Sozialkapital mit ihren Mitarbeitenden aufbauen. Rhys Andrews von der Cardiff University fand bei einer Untersuchung unter englischen Kommunalverwaltungen heraus, dass sich großes Sozialkapital vorteilhaft auf die Performance von Organisationen auswirkt.

In unserer Studie zeigen wir, dass Sozialkapital zudem das Engagement von Mitarbeitenden stärkt, und dass Teams eine wichtige Rolle dabei spielen, ein Bewusstsein für Sozialkapital zu erzeugen, indem sie gemeinsame Werte schaffen und kommunizieren.

Im Rahmen der Local Government Workplaces Initiative der University of North Carolina at Chapel Hill unterstützen wir lokale Behörden dabei, Sozialkapital mit ihren Mitarbeitenden aufzubauen. Hierfür benötigt man drei Zutaten: eine Botschaft, Teamwork und Vertrauen. Um dies zu erreichen, geben wir den Behörden die folgenden drei Ratschläge:

  1. Entwerfen, kommunizieren und nutzen Sie eine überzeugende Botschaft.
  2. Ermöglichen Sie Teamwork unter ihren Mitarbeitenden.
  3. Schaffen Sie Vertrauen unter ihren Mitarbeitenden.

Verwaltungen können ihre Performance steigern, indem sie Sozialkapital mit ihren Mitarbeitenden aufbauen. Um dies zu erreichen, benötigen sie eine überzeugende Botschaft, effektive Teamarbeit und Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Management. Dies führt im Ergebnis zu einer Qualitätssteigerung der Dienstleistungen, die Verwaltungen für die Allgemeinheit bereitstellen.

Der vollständige Artikel kann unter folgendem Link nachgelesen werden: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0275074019851894.

Eine Version ohne Zugangsbeschränkungen findet sich hier: https://vogel-online.info/publication/19-arpa-osc/

Dominik Vogel ist Juniorprofessor für BWL, insb. Public Management.

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Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien

03. Juli 2019 FB SozÖk

Studiengangsvorstellung

Im Mittelpunkt des Masterstudiengangs „M.A. Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien“ steht die sozialökonomische Analyse des Strukturwandels von Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft sowie dessen Ursachen und Konsequenzen.

Hierbei besteht der Anspruch des Masterprogramms darin, eine Kompetenz auf dem interdisziplinären Forschungsgebiet der Sozialökonomie zu vermitteln. Das Programm vermittelt gleichberechtigt disziplinäres Fachwissen der Soziologie und Ökonomie zu breiten Themenschwerpunkten und stellt somit ein interdisziplinäres theorie-, methoden- und forschungsorientiertes Angebot zur Verfügung. Studierende des Masterprogramms sollen zum einen befähigt werden, das vorhandene Wissen sowohl zu verstehen als auch kritisch zu reflektieren. Zum anderen sollen sie befähigt werden, über die Anwendung von bereits bestehendem Wissen hinaus zur Produktion von neuem Wissen (Forschung) beizutragen.

Unser Studienprogramm wendet sich dabei nicht nur an Studierende der Sozialökonomie, sondern auch an jene, die auf mono- oder interdisziplinäre sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Bachelor-Studiengänge aufbauen und Fragen nach den Mechanismen und Bedingungen der Herstellung von sozialer Sicherheit, sozialer Integration und Wohlfahrt forschungsorientiert und empirisch fundiert beantworten wollen.

Der Masterstudiengangs „Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft – Ökonomische und Soziologische Studien“ lässt Studierende jedes Jahr zum Wintersemester zu. Die Regelstudienzeit umfasst vier Semester.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage. Schauen Sie sich auch gern eine Vorstellung des Studiengangs im Rahmen der Lecture-to-go an. Programmdirektorin des Studiengangs ist Prof. Dr. Petra Böhnke.

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Das „TVP“ des Fachbereichs Sozialökonomie: Die Unentbehrlichen

02. Juli 2019 FB SozÖk

Von den TVP-Kolleg*innen der Sozialökonomie

Was zunächst etwas anmaßend klingen mag – „ohne uns läuft nichts!“ –, entspricht bei näherer Betrachtung den tatsächlichen Gegebenheiten: Nicht nur am Fachbereich Sozialökonomie ist das technische und das Verwaltungspersonal das Schmiermittel eines hochkomplexen Gefüges.

Hilfreich ist dabei, dass den Fachbereich ein kollegialer Umgang auf Augenhöhe zwischen den verschiedenen Hierarchieebenen auszeichnet (vielleicht in Teilen auch das ein Erbe der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, HWP). Das vereinfacht die Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen bei der Organisation von Forschung und Lehre.

Unsere Mit- und Zuarbeit ist unentbehrlich. Ob es das für uns zuständige Hausmeister-Team ist, die Poststelle und die Pförtnerloge im Von-Melle-Park 9, das Studienbüro Sozialökonomie, die Geschäftsstelle des Fachbereichs, die Sekretariate und Geschäftszimmer, der IT-Support – überall sind Menschen am Werk, die die Struktur stützen, innerhalb derer sich Studierende und wissenschaftliches Personal möglichst unfallfrei bewegen können.

Was tun wir überhaupt?

Wir… Organisieren – Kommunizieren – Begleiten – Überwachen.

Eine Skizze unserer täglichen Aktivitäten:
Wir verfügen großteils über langjährige Erfahrung im zuverlässigen Bewältigen vielfältiger Herausforderungen, ohne im Chaos zu versinken. Viele von uns kommen stressgestählt aus der freien Wirtschaft an die Universität. Wir organisieren Forschungsseminare, Exkursionen, Dienstreisen, Tagungen und Workshops, Klausurunterlagen, das Einrichten von Arbeitsplätzen, wir beschaffen Büromaterial, lesen Korrektur und koordinieren Termine. Wir pflegen den Internetauftritt unserer jeweiligen Professuren. Wir beantworten Fragen nicht nur von Studierenden und Kolleg*innen im Büro, sondern geben vielfältige Auskünfte und Ratschläge auch am Telefon: Wer ist die richtige Ansprechperson, welcher der korrekte Dienstweg? Wo findet gerade das Seminar statt? In welchem Büro finde ich Herrn oder Frau XYZ? Was ist die naheliegendste Lösung für ein unlösbar scheinendes Problem? Wir klären Sachverhalte, stehen für unsere Informationen gerade. Wir behalten Ausgaben und Kosten im Blick, unterstützen neue Mitarbeiter*innen, finden Besprechungsräume, kümmern uns um Lieferungen und – mit viel Herzblut – um die Gäste unserer Schwerpunkte BWL, Rechtswissenschaft, Soziologie, VWL. Wir sorgen für Arbeitssicherheit. Sauberkeit. Eine funktionierende Infrastruktur. Oftmals unsichtbar, stets im Hintergrund, immer im Dienst der Bildung.

Wir sind diejenigen, die Wissenschaft und Verwaltung miteinander verbinden. Wir sind stolz, durch unsere Arbeit einen wichtigen – eben „unentbehrlichen“ – Beitrag zur Sozialökonomie zu leisten.

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Sozialökonomik der Ökonomik

01. Juli 2019 FB SozÖk

Von Prof. Dr. Arne Heise

Die Arbeiten zur Sozialökonomik der Ökonomik beschäftigen sich mit soziologischen und ökonomischen Erklärungsansätzen zur paradigmatischen Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften und deren von anderen Sozialwissenschaften unterschiedene Spezifik, einen in Forschung, Lehre und Politikberatung dominanten Mainstream auszubilden und andere paradigmatische Ansätze zu marginalisieren. Dadurch wird ein Pluralismus der Ontologien – nicht der Epistemologien – verhindert, der die anderen Sozialwissenschaften auszeichnet. Dieser Mangel an Pluralismus, der von einer zunehmenden Anzahl von Teilnehmern am Wissenschaftsmarkt als Einseitigkeit kritisiert wird, hat zu einem Reputationsverlust der Wirtschaftswissenschaften im Zuge der jüngsten Weltfinanzkrise und der scheinbaren Ratlosigkeit der Mainstream-Ökonomik hinsichtlich deren Erklärung und Remeduren geführt.

Es wird danach gefragt habe, ob die zunehmende Dominanz marktoptimistischer Ansätze – und spiegelbildlich die Zurückdrängung marktkritischer Denkstile – zufälliger oder systematischer Natur war (und ist)? Dabei wird eine interdisziplinäre Synthese aus ökonomisch-institutionalistischen und soziologischen Ansätzen verwendet, die mikroökonomische Anreizstrukturen im ‚Markt für ökonomische Ideen‘ in eine soziologisch fundierte Kapitalstruktur – bestehend aus ökonomischem, sozialem und kulturell-institutionellem Kapital – einbettet. Insbesondere die auf den französischen Soziologen Pierre Bourdieu zurückgehende ‚Kapital‘-Betrachtung ermöglichte es, eine – leider pessimistische – Prognose zur weiteren Entwicklung der Ökonomik zu begründen und offenbart das kritische Verhältnis von ‚Kapital‘ und ‚(Wirtschafts-)Wissenschaft‘.

Die Bedeutung der Arbeit kann darin gesehen werden, dass auf ‚Marktfehler‘ des (unregulierten) ‚Marktes für ökonomische Ideen‘ verweisen werden konnte, die wesentlich auf eine ungleiche Ausstattung verschiedener paradigmatischer Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Kapitaltypen zurückzuführen sind und im Kern die grundgesetzlich gesicherte Wissenschaftsfreiheit im Sinne einer Konstitutivnorm einschränkt, die allen Denkschulen uneingeschränkten Zugang zum Wissenschaftsmarkt gewährt.

Arne Heise ist Professor für VWL, insb. Finanzwissenschaft und Public Governance.

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Medialisierung und Ökonomisierung von Jugend- und Musikkulturen: Ein IGK stellt sich vor

28. Juni 2019 FB SozÖk

Von Dr. Carsten Heinze

Der IGK Medialisierung und Ökonomisierung von Jugend- und Musikkulturen ist ein nunmehr seit knapp 10 Jahren regelmäßig stattfindender Einführungskurs, dessen Titel und inhaltlicher Ausrichtungsrahmen sich seit seiner konzeptuellen Entwicklung kaum verändert haben (im zweiten B. A.-Studienabschnitt werden Vertiefungsseminare dazu angeboten). Ein Blick in die inter- bzw. transdisziplinäre, international ausgerichtete Forschungslandschaft zeigt, dass dieses Thema in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat und vor dem Hintergrund des digitalen Wandels einen wichtigen sozial-und kulturwissenschaftlichen sowie ökonomischen Gegenstand zur Erklärung der (post-)modernen Konsumgesellschaft in der zweiten Hälfte des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts darstellt. Zugleich belegt die alltägliche Lehrerfahrung, dass dieses Thema auch von einer sehr aktiven und interessierten Student*innenschaft jedes Semester aufs Neue mit Leben, d. h. mit spannenden Themenvorschlägen, Hausarbeiten, Referaten und Diskussionen gefüllt wird. Darin spiegelt sich sowohl die empirische Lebendigkeit des Untersuchungsgegenstandes als auch dessen Veränderungsdynamik, die in diesen Kurs hineingetragen wird.

Wir – die IGK-Kursteilnehmer*innen des Sommersemesters 2019 im zweiten Abschnitt – möchten vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Kurserfahrungen Ergebnisse, Effekte und Ziele kurz vorstellen. Die folgenden Ausführungen beruhen auf einer Gruppendiskussion, die wir hierfür gemeinsam durchgeführt haben. Die schriftliche Ausarbeitung und Zusammenführung der einzelnen Aspekte wurde vom Kursleiter, Carsten Heinze, vorgenommen.

Wir Kursteilnehmer*innen begrüßen die Kleingruppen-Arbeit des IGK (mit max. 25-30 Teilnehmer*innen) und haben diese Form als sehr hilfreich für den Einstieg in das wissenschaftliche Arbeiten erlebt. Das angebotene Thema ist hierfür sehr geeignet. Es wird von uns als Vorzug betrachtet, eine direkte und unmittelbare Bezugsperson zu haben, die uns an das gewählte Kursthema im Gegensatz zu Großveranstaltungen anderer Fachbereiche, Fakultäten und Universitäten, die dieses Kurskonzept (noch) nicht kennen, heranführt. Als passenden Einstieg in die Wissenschaft, das wissenschaftliche Arbeiten, Denken und Argumentieren, empfinden wir, dass gemeinsam an einem größeren Themenkomplex gearbeitet wird, und jeder darin sein Thema zu verorten und einzuordnen hat. Letzteres wird nicht vom Kursleiter vorgegeben, sondern kann nach Interesse, Neigung, Vorerfahrung und Vorwissen selbst gewählt werden, was die Eigenaktivität und die Einübung einer selbständigen Themenfindung erhöht. Ob und wie sich dann die einzelnen Hausarbeitsthemen inhaltlich aufeinander beziehen lassen, erfahren wir in den Referaten, mit denen jede/r Kursteilnehmer*in im zweiten IGK-Semester die eigenen Arbeitsergebnisse vor- und zur Diskussion stellt.

Das Thema Medialisierung und Ökonomisierung von Jugend- und Musikkulturen lässt sich unter sozialökonomischen Gesichtspunkten exemplarisch gut erörtern und umfasst (kultur-/medien-/wissens- und jugend-)soziologische, ökonomische und rechtliche Aspekte. Aufgrund der Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche der (post-)modernen Gesellschaft mit medialisierter und kommerzialisierter Pop(ulär)kultur ist es ein praxisnahes und lebensweltlich relevantes Thema, das vor allem qualitativ, aber auch quantitativ untersucht werden kann. Ein historischer Blick zurück in die Geschichte der Jugend- und Musikkulturen verdeutlicht darüber hinaus, welchen Einfluss diese auf die Entwicklung der (post-)modernen Gesellschaft genommen haben und welche Rolle darin das Mediale und Ökonomische spielen.

Das Spezifische in der praktischen Durchführung unseres IGKs sind die relative Freiheit und Autonomie, die im individuellen Umgang mit dem Thema und dessen Ausarbeitung in der Hausarbeit vom Dozenten eingeräumt werden. Zwar kann dies zu Beginn zu Irritationen und Orientierungsschwierigkeiten bei der Themenwahl führen, jedoch wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, schon früh im Studium Selbstverantwortung und Selbständigkeit zu übernehmen, und damit Kompetenzen zu entwickeln, die für eine erfolgreiche akademische Bildung und Ausbildung unentbehrlich sind. Wir Kursteilnehmer*innen betonen, dass uns das „Hinbewegen zum eigenen Thema“ und das Erlernen selbständigen Denkens und Arbeitens trotz aller Eingewöhnungen Spaß bereitet und motiviert hat, sich in einen Themenzusammenhang zu vertiefen: „learning by doing“ hat einen hohen Stellenwert in unserem Kurs, der zum intrinsischen Lernen anregen soll. Zu unserer Absicherung, nichts Grundlegendes in der Ausarbeitung falsch gemacht zu haben, wird zu Beginn des zweiten Kursabschnitts eine erste Hausarbeitsfassung eingefordert, die dann in einem 4-Augen-Gespräch mit dem Dozenten besprochen und von ihm kommentiert wird. Anschließend wird die Möglichkeit eingeräumt, diese erste Fassung zu überarbeiten und in eine finale Form zu bringen, die dann die Grundlage zu Beurteilung unserer Leistung bildet.

Für die Zukunft wäre als Anregung zu überlegen, ob es nicht eine Abschlussveranstaltung aller IGKs geben könnte, auf der ausgewählte Hausarbeitsergebnisse vorgestellt und diskutiert werden. Hierdurch würde man einen Einblick in andere, sicherlich ebenso spannende Kursthemen bekommen und den kursübergreifenden, interdisziplinären Einführungseffekt verstärken.

Carsten Heinze ist wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Lehre für besondere Aufgaben im Fachgebiet Soziologie.

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Sixth wave of innovation: Green Technology and Sustainability

27. Juni 2019 FB SozÖk

Von den Studierenden des Master of International Business und Sustainability (MIBAS)

Seit April 2014 organisiert ein Team bestehend aus Studierenden des „Master of International Business und Sustainability“ (MIBAS) Podiumsdiskussionen zu Corporate Social Responsibility (CSR). Bei den Debatten tauschen sich die Studierenden mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft aus. Das Team wird von Prof. Dr. Daniel Geiger (Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Chair for Organisational Studies) unterstützt. Die „MIBAS Debates“ ermöglichen den Studierenden und Gästen aktuelle Herausforderungen rund um Themen der Unternehmensverantwortung zu diskutieren und kritisch zu reflektieren.

Heute um 18 Uhr lädt das MIBAS Debate Team alle Interessierten herzlich zur Debatte ein (Hamburger Segel-Club e.V – An der Alster 47a). Das heutige Thema lautet:

Sixth wave of innovation: Green Technology and Sustainability

Not only is technological innovation booming, but it is rapidly shifting towards sustainable solutions. The 2012 Global Green R&D Report found that private investments in clean technology and green economic and commercial solutions reached $3.6tn for the period 2007-2012. We are living through the birth of what David King, director of the Smith School of Enterprise and the Environment at Oxford University, calls „another renaissance“ in the industrial revolution: „Human ingenuity is the answer“.

We have reached planetary boundaries – human pressures on finite, earth systems are at a tipping point. However, the technology to address this near catastrophe is now within our reach, according to expert in sustainable development, Jeffrey Sachs: ‘We need a sixth wave of sustainable and green technologies …so that we can provide to all the people of the planet in a way that is environmentally sustainable.’. ‘We are trespassing on fundamental planetary boundaries, the most dramatic of which is the rise of the greenhouse gas concentrations … The path we need to be on takes the two degrees limit seriously and understands the carbon budget that goes along with it. The key, according to Sachs, is to create practical, manageable pathways for deep decarbonisation based on a technological revolution.

The development of new technology is one of the ways of addressing overcrowding in cities, pollution, traffic jams, an aging population and other social needs, and this can also lead to business opportunities. Thus, innovation has a leading role to play in this process, as it is innovation that enables the development of solutions for such problems (Han et al., 2012).

However, while society is demanding that companies take on an environmental and social role, and while this is seen as an opportunity for companies to develop and innovate, many of the innovation strategies that are adopted are inadequate to accommodate these demands (Hall & Vredenburg, 2012). In addition, some argue that the technology is not yet well developed enough to meet the huge challenges posed by climate change. Throughout history, when a new wave of innovation arises, market positioning changes, so that dominant companies are challenged and sometimes disappear, as they tend to defend their current practices and end up not responding adequately to change (Utterback, 1996).

All these issues make it necessary to discuss how the sixth wave of innovation based on green technology can create solutions for sustainable development and what are the underlying challenges.

Mehr Informationen zu den MIBAS Debates on CSR.

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