Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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Das DFG-Forschungsprojekt „Legitimierung intersektoraler Partnerschaften: Akteursstrategien in der institutionellen Komplexität von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft (LegiP)“

20. Dezember 2019 FB SozÖk

von: Prof. Dr. Rick Vogel und Yuka Matsuo

Intersektorale Partnerschaften sind kollaborative Arrangements, in denen Akteure aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Sektoren (Staat, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) Ressourcen und Informationen teilen, um mit gemeinsamen Zielen an gesellschaftlichen Problemen zu arbeiten. Ein wesentlicher Treiber der Verbreitung dieser Governance-Formen ist die Annahme, dass Partner mit verschiedenen sektoralen Hintergründen über unterschiedliche Ressourcen und Fähigkeiten verfügen und gesellschaftliche Probleme effektiver gelöst werden, wenn diese Komplementaritäten mit dem Ziel der ökonomischen, sozialen und ökologischen Wertschöpfung genutzt werden.

In der bisherigen Forschung überwiegt eine strukturelle Perspektive auf die Entstehungs- und Erfolgsbedingungen, die Ausgestaltung sowie Wirkungen intersektoraler Partnerschaften. Eine interaktionistische Perspektive auf die Mikroebene individueller Akteure, die in den Partnerschaften zusammenarbeiten, ist dagegen noch unterentwickelt. Diese Akteure sind nicht passive Empfänger der unterschiedlichen sektoralen Rahmenbedingungen und Erwartungsstrukturen von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, sondern sie können ihnen zum Zweck der Legitimitätssicherung aktiv und strategisch begegnen. Die Legitimierung intersektoraler Partnerschaften ist insofern untersuchungsbedürftig, als ihr Erfolg nicht allein von ihrer funktionalen Effizienz, sondern auch von ihrer gesellschaftlichen Legitimität abhängt, sie aber aufgrund ihrer institutionellen Mehrdeutigkeit eine diffuse Zuschreibungseinheit von Legitimität sind.

Unser Forschungsvorhaben trägt dazu bei, die individuelle Akteursebene in intersektoralen Partnerschaften theoretisch und empirisch zu erfassen und in Wechselbeziehung zu übergeordneten organisationalen und sektoralen Kontexten zu stellen. Im Vordergrund stehenden die folgenden Forschungsfragen:

  • Wie schlagen sich die sektoralen Logiken von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie die organisationalen Logiken von öffentlichen, privaten und Nonprofit-Organisationen in Identitätsansprüchen und Interpretationsmustern von Akteuren nieder, die in intersektoralen Partnerschaften zusammenarbeiten?
  • Mit welchen Handlungsstrategien begegnen die Akteure den potenziell konfliktären Logiken ihrer Sektoren und Organisationen?
  • Wie wirken sich die Handlungsstrategien der Akteure auf die Entstehung und Sicherung interner und externer Legitimität der Partnerschaft aus, und in welchem dynamischen Wechselverhältnis stehen diese interne und externe Legitimität?

Als theoretischer Rahmen dient uns das im soziologischen Institutionalismus entwickelte Konzept der institutionellen Logik. Das Forschungsvorhaben folgt einem prozessorientierten Fallstudiendesign und untersucht trisektorale Partnerschaften in drei Tiefenfallstudien.

Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, und gemeinsam mit der Leibniz Universität Hannover und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg durchgeführt.

Rick Vogel ist Inhaber der Professur für BWL, insb. Public Management, und Yuka Matsuo ist Doktorandin an selbiger Professur.

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Themensemester „Sozialökonomische Perspektiven auf gesellschaftliche Polarisierung“

19. Dezember 2019 FB SozÖk

Es beschäftigte sich bereits ein früheres „Schlaglicht Sozialökonomie“ mit sogenannten Themensemestern am Fachbereich. Nun steht fest: Das aktuelle bzw. nächste Themensemester findet statt unter dem Titel „Sozialökonomische Perspektiven auf gesellschaftliche Polarisierung„.

In Anbetracht der zunehmenden Polarisierungen und Problemlagen stehen wir als Gesellschaft und Wissenschaft an einem Scheideweg: leisten wir einen Beitrag „zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft“ (Leitbild der UHH) oder geben wir uns mit dem Status quo zufrieden und tragen so zu einer fortschreitenden Polarisierung bei? Im Rahmen des Themensemesters wollen wir uns deswegen fragen, wie genau die globalen Polarisierungsprozesse auf sozialökonomischer, politischer und kultureller Ebene miteinander zusammenhängen und wie wir als Fachbereich Sozialökonomie zur Lösung dieser Fragen beitragen können. Alle Studierenden und Lehrenden sind dazu eingeladen, sich am Themensemester zu beteiligen und die Kontroversen auch in den Kursen und Seminaren zum Thema zu machen. Die Podiumsdiskussionen sollen dazu einen ersten Anstoß geben. Die Veranstaltungen sind öffentlich.

Den Lenkungskreis des Themensemester erreichen Sie bei Interesse und Rückfragen über Themensemester.sozoek@uni-hamburg.de.

Zeit, Ort und Themen der einzelnen Veranstaltungen finden Sie stets unter „Aktuelle Meldungen“ auf der Homepage des fachbereichs Sozialökonomie.

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Implizite Führungstheorien im öffentlichen Sektor

12. Dezember 2019 FB SozÖk

von: Prof. Dr. Rick Vogel und Laura Werkmeister

Woran denken Menschen, wenn sie an eine typische Führungskraft aus dem öffentlichen Sektor denken? Welche Persönlichkeitseigenschaften werden typischerweise mit effektiver öffentlicher Führung (engl.: Public Leadership) assoziiert? Welche Auswirkungen haben die Antworten auf diese Fragen auf Erfolgsfaktoren öffentlicher Organisationen und was können Forscher*innen von ihnen über die Konzeption von Public Leadership lernen? Diesen und weiteren Fragestellungen geht das Forschungsprojekt „Implicit Public Leadership Theories in Public Administration“ nach.

Implizite Führungstheorien (engl.: Implicit Leadership Theories; ILTs) bezeichnen größtenteils unbewusste mentale Modelle über Eigenschaften, die Menschen von einer prototypischen bzw. exemplarisch guten Führungskraft erwarten. Für den privatwirtschaftlichen Kontext konnte gezeigt werden, dass ILTs führungsrelevante Situationen und damit auch deren Resultate erheblich beeinflussen. Die Bedeutung impliziter Kognitionen im Kontext öffentlicher Führung wurde bis dato jedoch noch nicht untersucht. Um diese Forschungslücke zu schließen, untersucht die erste, explorative Studie des Projekts von Prof. Dr. Rick Vogel und Laura Werkmeister zunächst die Existenz spezifischer ILTs zum öffentlichen Sektor (engl.: Implicit Public Leadership Theories). Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen und unter Anwendung experimenteller und impliziter Methoden beleuchten darauf folgende Studien die Konsequenzen und Korrelate von Implicit Public Leadership Theories.

Rick Vogel ist Professor für BWL, insb. Publik Management und Laura Werkmeister ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur.

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Nonprofit Relationship Marketing

06. Dezember 2019 FB SozÖk

Von Silke Boenigk und Anny Rike Hübner

Sowohl das Verhalten als auch das Umfeld von Nonprofit-Stakeholdern haben sich insbesondere im Hinblick auf die jüngere Vergangenheit verändert. Dies zeigt sich an allgemeinen Trends in der Beziehung und im Verhalten von Nonprofit-Organisationen und ihren Stakeholdern. Ersichtlich werden die Veränderungen in der Abnahme des regelmäßigen Engagements von Spendenden für eine einzelne Organisation, der Forderung nach Stakeholder-Mitbestimmung in Projekten und der Nutzung von neuen Kommunikationswegen via Social Media. Die Einstellung auf veränderte Bedürfnisse und Bedingungen der Anspruchsgruppen ist für das Relationship Marketing von Nonprofit-Organisationen von fundamentaler Bedeutung, um langfristige und robuste Beziehungen zu diesen aufzubauen. Folglich ist es notwendig, das Relationship Marketing auf die entsprechenden Stakeholder abzustimmen.

In der Literatur des Forprofit-Sektors ist diese Weiterentwicklung des Relationship Marketings auf Grundlage der Herausarbeitung von Trends bereits erkennbar. Dabei werden die stärkere Partizipation und Mitbestimmung von Kunden, die stärkere Integration der Fähigkeiten von Stakeholdern und deren stärkere Positionierung als Repräsentanten einer Organisation herausgestellt. Im Nonprofit-Kontext ist die Entwicklung weniger stark ausgeprägt. Die Literatur verweist zwar partiell auf Veränderungen im Verhalten von Spendenden und sich wandelnde Kontextfaktoren – eine zusammenfassende, konzeptionelle Betrachtung dieser Aspekte ist bisher jedoch nicht erfolgt. Vereinzelt sind Ansätze für eine Überarbeitung des Nonprofit Relationship Marketings erkennbar, doch insgesamt befindet sich die Forschung hierzu noch in einem frühen Stadium.

Vor dem Hintergrund dieses Forschungsstands zielt das Projekt auf eine umfassende Identifikation der entsprechenden Trends im Nonprofit Relationship Marketing ab. Hierauf aufbauend sollen innovative Strategien entwickelt werden, wie auf diese neuen Bedingungen und Bedürfnisse von Nonprofit-Stakeholdern eingegangen werden kann. Darüber hinaus werden erste Schritte zur Weiterentwicklung des Nonprofit Relationship Marketingkonzepts angestrebt. Dieses Forschungsprojekt dient demnach sowohl der Nonprofit-Forschung als auch der Praxis, die Bindungskonzepte für die Folgegeneration an Anspruchsgruppen benötigt. 

Das Projekt startete in 2019.

Silke Boenigk ist Professorin für BWL, insb. Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen. Anny Rike Hübner arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur.

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„Bridging the last mile“ – Mehr Menschen mit Drohnen in der Katastrophenhilfe erreichen. Ein Gastvotrag über die intersektorale Partnerschaft von Wings for Aid mit Herrn Barry Koperberg.

05. Dezember 2019 FB SozÖk

von Prof. Dr. Rick Vogel und Yuka Matsuo

Sozialökonomie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen sozialen und ökonomischen Sphären. In dieser Schnittstelle arbeiten staatliche, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure zunehmend zusammen, um komplexe gesellschaftliche Probleme zu lösen. Eine solche intersektorale Partnerschaft ist Wings for Aid: eine junge niederländische Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die so genannten „last miles“ bzw. die letzten 250 Kilometer der humanitären Katastrophenhilfe durch den Einsatz von unbemannten Flugzeugen bzw. Drohnen zu fördern. Zu diesem Zweck wurden Kisten mit Flügeln entwickelt, die beim Abwurf aus der Drohne als Fallschirme dienen und somit selbst rohe Eier erfolgreich auf dem Boden abliefern können.

Wings for Aid wurde von der International Air Cargo Association (TIACA) mit dem Air Cargo Sustainability Award 2019 und vom iF World Design Guide mit dem Public Value Award 2016 ausgezeichnet und arbeitet mit einer Vielzahl von Partnern aus dem öffentlichen (z.B. Ministerien), privaten (z.B. Logistik) und zivilgesellschaftlichen Sektor (z.B. humanitäre Organisationen) zusammen. Die trisektorale Partnerschaft von Wings for Aid ist eine der drei Fallstudien des DFG-Forschungsprojekts LegiP der Professur für BWL, insb. Public Management.

Prof. Dr. Rick Vogel und Yuka Matsuo laden Sie herzlich ein zum Gastvortrag unseres Kooperationspartners Herrn Barry Koperberg, dem Gründer der Organisation Wings for Aid. Der Vortrag findet am 24. Januar 2020 von 11:00 bis 12:15 Uhr in Raum A215 im VMP 9 statt.

Rick Vogel ist Inhaber der Professur für BWL, insb. Public Management, und Yuka Matsuo ist Doktorandin an selbiger Professur.

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Wie verwirklichen wir als Fakultät die Sustainable Development Goals und welche Hochschule brauchen wir dafür?

04. Dezember 2019 FB SozÖk

In diesem Monat hat die Fakultät einen „Dies Academicus“ veranstaltet, an dessen Programm auch zahlreiche Studierende und Wissenschaftlerinnen wie Wissenschaftler aus dem Fachbereich Sozialökonomie beteiligt waren. Der „akademische Tag“ widmete sich der Frage „Wie verwirklichen wir als Fakultät die Sustainable Development Goals und welche Hochschule brauchen wir dafür?

Die Vereinten Nationen (UNO) haben für die Überwindung aktueller Krisen und für eine Erreichung humaner Ziele die „Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung“ beschlossen. In dieser Agenda sind 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung – sogenannte Sustainable Development Goals (SDGs) – enthalten. Die 17 Sustainable Development Goals sind Zielsetzungen der UNO, die die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene beinhalten. Die Universität hat im November 2018 erstmals einjährige Patenschaften für jedes der 17 SDGs an Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer vergeben, die bereits einschlägig für die Themen ausgewiesen sind. Zwölf der Patenschaften wurden von Professorinnen und Professoren des Fachbereichs Sozialökonomie übernommen; an der Fakultät gibt es zahlreiche weitere Patenschaften. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag im Rahmen der (universitären) Aufgabe, an einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken.

Ein Jahr nach Übernahme der Patenschaften kann gefragt werden: Was bringt dieser Beitrag der Fakultät zur Verwirklichung der SDGs? Alle Mitglieder der Fakultät waren daher am „Dies Academicus“ eingeladen, sich in Plenarveranstaltungen sowie Workshops mit den SDGs auseinanderzusetzen und mit den Beiträgen, die unsere Fakultät mit den hier forschenden, lehrenden, studierenden und arbeitenden Menschen zu ihrer Verwirklichung leisten kann.

Der durch den WiSo-Fakultätsrat beschlossene „Dies Academicus“ fand am 13.11.2019 unter reger Beteiligung statt. Neben den Plenarveranstaltungen gab es Workshops zu Themen wie „Frieden“, „SDGs und Exzellenzstrategie“ oder „SDGs, Studienstrukturen und -inhalte“. Dabei waren nicht nur die „SDG-Paten“ beteiligt, sondern auch weitere Mitarbeiter/innen aus Wissenschaft und Verwaltung. Und es waren engagierte Studierende (vielfach aus der Sozialökonomie) beteiligt, die das Programm des „Dies Academicus“ maßgeblich mitgestaltet haben.

Die Ergebnisse des Tages wurden in einem Plenum zusammengeführt; der Fakultätsrat wird sich weiter damit befassen.

Im Einzelnen haben Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer der Sozialökonomie in 2018 UHH-Patenschaften für folgende SDGs übernommen:

  • SDG 1: Keine Armut – Prof. Dr. Petra Böhnke
  • SDG 1: Keine Armut – Prof. Dr. Henning Lohmann
  • SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen – Prof. Dr. Mathias Kifmann
  • SDG 4: Hochwertige Bildung – Prof. Dr. Jetta Frost
  • SDG 5: Geschlechtergleichheit – Prof. Dr. Miriam Beblo
  • SDG 5: Geschlechtergleichheit – Prof. Dr. Daniela Rastetter
  • SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie – Prof. Dr. Timo Busch
  • SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum – Prof. Dr. Wolfgang Menz
  • SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur – Prof. Dr. Sebastian Späth
  • SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden – Prof. Dr. Katharina Manderscheid
  • SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion – Prof. Dr. Dirk Gilbert
  • SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz – Prof. Dr. Stefan Aykut

Zudem wurde die Patenschaft für das „SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ an das Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität (KNU) vergeben, dessen leitender Direktor Prof. Dr. Alexander Bassen ist.

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Refugee Crisis and the Role of Transformative Services

03. Dezember 2019 FB SozÖk

Von Silke Boenigk und Aaron Kreimer

Der drastische Anstieg von Flüchtlingszahlen in den letzten Jahren hat Staat und Gesellschaft vor neue Herausforderungen gestellt. Insbesondere seit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ im Jahr 2015 besitzt die Frage, wie Integration erfolgreich gestaltet werden kann, beträchtliche politische und gesellschaftliche Relevanz. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich dieses Forschungsprojekt auf die Bedürfnisse, Erwartungen und Erfahrungen von Geflüchteten im Hinblick auf Prozesse und Angebote, die die Teilhabe an relevanten gesellschaftlichen Bereichen ermöglichen sollen. Das übergeordnete Ziel ist, die Integration von Geflüchteten in Deutschland zu verbessern.

Das Projekt ist an der Schnittstelle von Dienstleistungs- und Nonprofit Management-Forschung angesiedelt. In der Tradition der „Transformative Service Research“ (TSR) befasst es sich mit Dienstleistungen, die das Leben von Service-Empfängern „transformieren“ können. So können zum Beispiel Leistungen im Bereich der Bildung oder des Gesundheitswesens über den unmittelbaren Nutzen durch den eigentlichen Service-Inhalt hinaus eine entscheidende Steigerung der Lebensqualität bewirken. TSR stellt einen relativ jungen und interdisziplinären Forschungszweig dar, der in Abgrenzung zu anderer dienstleistungsbezogener Forschung dieses Wirkungspotential in den Vordergrund stellt und auf die Lösung komplexer gesellschaftlicher Probleme gerichtet ist.

Zwei bereits realisierte Teilprojekte fokussieren Dienstleistungen im Bereich der Hochschulbildung. So werden unter anderem die Faktoren identifiziert, die den Zugang erschweren sowie Strategien zur Überwindung dieser Barrieren. Am Beispiel einer kooperativen Initiative von Nonprofit-Organisationen, Staat und Universität, die den Zugang zum Studium erleichtern soll, wird das Potential solcher transformativer Service-Angebote untersucht. Eine weitere Studie zu den Erfahrungen von Geflüchteten entlang des Integrationsprozesses entstand als gemeinschaftliches Projekt des TSR-Netzwerkes auf der Transformative Consumer Research Conference in Tallahassee (Florida, USA; 19.-22. Mai 2019). Zu den international renommierten Forschenden zählen Raymond Fisk, Sertan Kabadayi, Linda Alkire, Lilliemay Cheung, Canan Corus, Marcos Ferreira Santos, Jörg Finsterwalder, Nadina Luca, Mansour Omeira, Pallab Paul und Nina Smidt.

Im Hinblick auf die noch sehr geringe Forschungsdichte innerhalb dieses Themengebiets soll mit diesem Beitrag ein erster, relevanter Schritt gemacht und damit weitere wichtige Forschung angestoßen werden.

Publikationen:

  • Kreimer, A. & Boenigk, S. (2019). Widening Refugee Participation and Access to Higher Education through Collective Impact Initiatives – Insights from Germany, Widening Participation and Lifelong Learning, 21(2), 141–167. DOI: 10.5456/WPLL.21.2.141

Das Projekt läuft seit 2016.

Silke Boenigk ist Professorin für BWL, insb. Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen. Aaron Kreimer ist ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

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Welcome to Fenna Blomsma – new junior professor for Circular Economy and Systems Innovation!

02. Dezember 2019 FB SozÖk

Von Sebastian Späth

Today Fenna Blomsma (PhD) will start as Junior Professor for Business Administration with a focus on Circular Economy and Systems Innovation (tenure-track). Fenna Blomsma is interested in circularity as a broader discourse around the outcomes, selection and execution of various waste and resource strategies, and in exploring how people give meaning to and shape these strategies within value chains, as well as between value chains and the broader institutional context. Most recently, she worked in the Department of Mechanical Engineering at the Technical University of Denmark (DTU). Fenna Blomsma was part of the research project CIRCit (Circular Economy Integration in the Nordic Industry for Enhanced Sustainability and Competitiveness), which develops science-based methods and tools in close collaboration with companies in the Nordic region. Before, she did doctoral research at the Centre for Environmental Policy (Imperial College London). Her PhD thesis was entitled “Making Sense of Circular Economy”. Fenna Blomsma completed a second MSc in Sustainable Manufacturing at Cranfield University in 2012, after graduating with a BSc in Industrial Design Engineering and an MSc in Design for Interaction (both earned from Delft University of Technology).

Important publications:

  • Blomsma, F., Pieroni, M., Kravchenko, M., Pigosso, D.C.A., Hildenbrand, J., Kristinsdottir, A.R., Kristoffersen, E., Shahbazi, S., Nielsen, K.D., Jönbrink, A.-K., Li, J., Wiik, C., McAloone, T.C., 2019. Developing a circular strategies framework for manufacturing companies to support circular economy-oriented innovation. J. Clean. Prod. 241, 118271. https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2019.118271
  • Blomsma, F., 2018. Collective ‘action recipes’ in a circular economy – On waste and resource management frameworks and their role in collective change. J. Clean. Prod. 199, 969–982. https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2018.07.145
  • Blomsma, F., Brennan, G., 2017. The Emergence of Circular Economy: A New Framing Around Prolonging Resource Productivity. J. Ind. Ecol. 21. https://doi.org/10.1111/jiec.12603
  • Blomsma, Fenna; Kjær, Louise Laumann; Pigosso, Daniela Cristina Antelmi; McAloone, Tim C.; Lloyd, Stafford (2018): Exploring Circular Strategy Combinations – towards Understanding the Role of PSS, in: Procedia CIRP

The department welcomes Fenna Blomsma.

Prof. Dr. Sebastian Späth, spokesperson of the Department of Socioeconomics

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Bedingungen der Transformation pro-sozialer Motivation in pro-soziales Verhalten

29. November 2019 FB SozÖk

Von Silke Boenigk, Petra Böhnke, Dominik Vogel, Rick Vogel, Peter Schubert, Gabriele Oettingen, Jenny Wagner, Christian Ringle und Hannes Lampe

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Bedingungen der Transformation pro-sozialer Motivation in pro-soziales Verhalten“ beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedingungen oder Handlungen es Organisationen des Nonprofit und öffentlichen Sektors erlauben, vorhandene pro-soziale Motivation in tatsächliches pro-soziales Verhalten zu überführen. Ziel ist es, fundierte empirische Kenntnisse zu generieren, wie pro-soziales Verhalten in Deutschland gefördert werden kann – ein Anliegen von eindeutiger politischer Priorität, wie auch im Engagementbericht der Bundesregierung ausgewiesen. Der Fokus liegt hierbei auf pro-sozialem Verhalten in Form von Zeit-, Geld- und Blutspenden, bürgerschaftlicher Mitwirkung an der Bereitstellung öffentlicher Güter und Leistungen sowie des Engagements im Bereich des sozialen Unternehmertums.

Während sich bisherige Forschung überwiegend auf pro-soziale Motivation und Intention konzentrierte, richtet sich diese Untersuchung auf tatsächliche pro-soziale Tätigkeit. Hintergrund bildet die Erkenntnis, dass trotz der generellen Bereitschaft und konkreten Verhaltensabsicht einen sozialen Zweck zu verfolgen, die notwendige Handlung oftmals unterbleibt. Um diese sog. „Intention-Behaviour Gap“ zu schließen und so vorhandenes Motivationspotential besser auszuschöpfen, bedarf es folglich eines tiefergehenden Verständnisses der spezifischen „Transformationsmechanismen“; nur so können praxisrelevante Implikationen und Empfehlungen für die Gestaltung wirksamer Instrumente zur Engagementförderung abgeleitet werden.

Durch die auf 6 Modulen basierenden Untersuchungen tragen Forschende aus den Gebieten des Nonprofit und Public Management, der Psychologie, Soziologie und Personalwirtschaft durch eine Kombination von Panelauswertungen, Befragungen und experimentellen Designs zu diesem Verständnis bei:

  • Modul 1 beinhaltet neben der Durchführung einer für Deutschland repräsentative Studie zu Motiven und Intentionen, Untersuchungen zu den psychologischen Grundlagen und Prozessen, die zu einer erwünschten Verhaltensänderung führen.
  • Module 2 bis 5 widmen sich spezifischen Interventionen mit Betrachtung unterschiedlicher Akteure und Zielgruppen – Nonprofit-Organisationen und Spender, Schulen/Familien und Schüler, Verwaltungen/öffentliche Institutionen und Bürgern. Des Weiteren erstrecken sich die Untersuchungen auf das soziale Unternehmertum.
  • Modul 6 zielt auf eine umfassende Erhebung übergeordneter (z. Bsp. rechtlicher) Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher (z. Bsp. demografischer) Trends, die pro-soziales Verhalten potentiell fördern können, sowie eine entsprechende kritische Reflexion gegenwärtiger Entwicklungen.

Hohe Transferchancen und praktische Relevanz der empirischen Ergebnisse werden durch die Anwendung von Labor- und Feldexperimenten sowie durch die Unterstützung durch Praxispartner, dem Freiwilligennetzwerk Aktivoli und dem DRK-Blutspendedienst, sichergestellt.

An dem hochschulübergreifenden Projekt beteiligen sich sowohl Forschende der Universität Hamburg als auch der Technischen Universität Hamburg; für das Vorhaben wurde ein Förderantrag an die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung im Rahmen der Landesforschungsförderung Hamburg gestellt, der sich zu diesem Zeitpunkt noch unter Begutachtung befindet.

Die Autoren/innen arbeiten überwiegend am Fachbereich: Silke Boenigk ist BWL-Professorin für Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen , Petra Böhnke ist Professorin für Soziologie des sozialen Wandels, Dominik Vogel und Rick Vogel haben Professuren für Public Management. Peter Schubert ist Wiss. Mitarbeiter.

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Treffen der Mitarbeiter*innen der Sekretariate und Geschäftszimmer und der fremdsprachlichen Angestellten der Fakultät

28. November 2019 FB SozÖk

Von Ina Lewandowski

Am Mittwoch, 13.11.2019, fand im VMP9 ein Treffen der Mitarbeiter*innen der Sekretariate und Geschäftszimmer sowie der fremdsprachlichen Angestellten der Fachbereiche unserer Fakultät statt. Organisiert wurde dieses Treffen von den Referent*innen der drei Fachbereiche (SoWi, SozÖk und VWL) und den Mitarbeiterinnen der zugehörigen Geschäftsstellen.
Solche Treffen werden in den einzelnen Fachbereichen mehr oder weniger regelmäßig durchgeführt und dienen dem Austausch der Kolleg*innen zu verschiedensten Themen ihrer täglichen Arbeit, der gezielten Information über anstehende Neuerungen, und nebenbei  auch einfach dem Kennenlernen und Austausch untereinander. Die Durchführung einer gemeinsamen Veranstaltung für alle Fachbereiche ist in der Terminplanung und Vorbereitung natürlich um einiges aufwendiger; die anstehenden Themen, die Rückmeldungen der Gäste und vor allem der Kolleg*innen geben dieser Idee jedoch Recht.

Eingeladen waren Frau Susanne Kremkau, die neue Verwaltungsleiterin der Fakultät, die diese Gelegenheit gern nutze, um sich den TVP-Kolleg*innen (TVP meint Personal aus Technik und Verwaltung) persönlich vorzustellen, genauso wie Frau Angela Griesche, die seit September das Raummanagement in der Fakultät übernommen hat.

Im Anschluss berichtete Herr Michael Eiden als Bibliotheksleiter über die in den WiSo-Bibliotheken anstehenden Veränderungen und sprach mit den Kolleg*innen über deren Auswirkungen auf die Medien-Ausleihen und -Anschaffungen in den Professuren, Fachgebieten und Fachbereichen.

Um die Zusammenarbeit mit der Personalabteilung der Präsidialverwaltung zu erleichtern, waren auch insgesamt neun Kolleg*innen der Personalabteilung der Präsidialverwaltung der Einladung zu diesem Treffen gefolgt; jede*r von Ihnen mit besonderem Arbeitsbezug zu den WiSo-Kolleg*innen. So konnten sich die Mitarbeiter*innen „auf beiden Seiten des Personalvorgangs“ auch einmal persönlich kennenlernen, den Telefonstimmen aus dem tagtäglichen Kontakt ein Gesicht zuordnen. Es gab Erklärungen und Erläuterungen zu den aktuellen Bearbeitungsständen und den veränderten Zuständigkeiten in der Personalabteilung, dem Umgang mit dem teilweise als „sperrig“ empfundenen Programm KoPers und Ausblicke auf die geplanten Prozessentwicklungen und -verbesserungen.

Und am Ende gab es jede Menge positive Rückmeldungen und den mehrfach geäußerten Wunsch, Treffen dieser Art auch weiterhin immer wieder veranstalten.

Ina Lewandowski arbeitet in der Geschäftsstelle Sozialökonomie und ist somit eine zentrale Ansprechpartnerin für viele Verwaltungsvorgänge am Fachbereich.

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