Sozialökonomie an der Universität Hamburg in 100 Schlaglichtern

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„Arbeit und sozialer Wandel“ – ein neue „Profilinitiative“ startet

09. Juli 2019 FB SozÖk Keine Kommentare

Von Prof. Dr. Wolfgang Menz

Der Wandel von Arbeit ist unübersehbar und für viele Menschen unmittelbar im eigenen Arbeits- und Privatleben spürbar. Digitale Kommunikationstechnologien ermöglichen eine zunehmende „Ortlosigkeit“ von Arbeit: Gearbeitet werden kann nicht nur in den Gebäuden des Unternehmens, sondern auch unterwegs oder im home office. Transnationale Kooperationsbeziehungen werden für viele Beschäftigte alltäglich. Neue Formen von Dienstleistungsarbeit entstehen, die unsere Konsumformen verändern – wir beziehen Handwerkerleistungen über Crowdsourcingplattformen, betreiben home banking oder lassen uns unser Abendessen plattformgesteuert von selbständigen Fahrradkurieren liefern. „Arbeit“ ist aber nicht nur sichtbare Erwerbsarbeit in Büros, in Fabriken oder an der Kundenschnittstelle, sondern auch Sorgearbeit im privaten Raum, etwa Kindererziehung, die Pflege von Angehörigen, bisweilen unterstützt von informell Beschäftigten. Über den gesamten Lebenslauf betrachtet sind solche Formen unbezahlter, informeller und häufig gleichsam „gesellschaftlich unsichtbarer“ Arbeit im Umfang ebenso bedeutsam wie klassische abhängige Erwerbsarbeit.

Welche Phänomene die aktuelle Arbeitswelt prägen, was als die zentralen Ursachen und die relevanten Wendepunkte betrachtet werden kann und welche Herausforderungen– etwa für die sozialen Sicherungssysteme – dies impliziert, ist Gegenstand der universitären Profilinitiative „Arbeit und sozialer Wandel“. Ein umfassendes Bild arbeitsgesellschaftlicher Umbruchprozesse zu zeichnen, kann keiner wissenschaftlichen Disziplin alleine gelingen. Zehn Professuren des Fachbereichs Sozialökonomie aus den Fachgebieten VWL, BWL und Soziologie sind daran beteiligt, im Kontext der interfakultären Profilinitiative neue Forschungsperspektiven und Projektvorhaben zu erarbeiten. Dazu zählen die Antragstellung zu zwei Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie verschiedene bereits laufende Kooperationsprojekte:

Grenzen der Verteilung? Sozioökonomische Analysen zur Wahrnehmung von (Um-) Verteilungen in Europa“, Prof. Miriam Beblo, Dr. Elisabet Bublitz (beide VWL) und Prof. Henning Lohmann (Soziologie)

Teilhabe durch Crowdworking: Eine Analyse der Gelingensbedingungen einer Innovation für Personengruppen mit erschwerter Teilhabe am Erwerbsleben“, Prof. Daniela Rastetter und Prof. Florian Schramm (beide BWL) sowie Prof. Wolfgang Menz (Soziologie)

Forschungsverbund „Standards guter Arbeit“: An dem interdisziplinären Forschungsverbund aus BWL, Soziologie, Arbeitspsychologie, Theologie und Rechtswissenschaft, an dem über die UHH hinaus auch die Helmut –Schmidt-Universität mitarbeitet, sind aus dem Fachbereich Sozialökonomie Prof. Daniela Rastetter und Prof. Florian Schramm (beide BWL) beteiligt.

Forschungsprojekt Management ständiger Erreichbarkeit, Prof. Wolfgang Menz (Soziologie) in Kooperation mit der Universität Freiburg, Arbeits- und Organisationspsychologie

Ansprechpartner der Fakultät für den Bereich „Arbeit und Sozialer Wandel“ ist Prof. Dr. Wolfang Menz. Tipp: Weitere Kurzbeiträge rund um das Thema Arbeit finden Sie, indem Sie in der Schlagwortliste (rechten Spalte auf der Homepage) das Schlagwort „Arbeit und Sozialer Wandel“ auswählen.

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